WMDEDGT 

Was machst du eigentlich den ganzen Tag, möchte Frau Brüllen wissen. Und ich antworte:

07:00 Das Kind möchte ein Fläschchen. Ich sage „gleich“ und wir schlafen beide wieder ein.

08:00 Wir werden von lauten Geräuschen geweckt. „Ein Hubschrauber“, mutmaßt Klein F. „Die Müllabfuhr“, weiß ich. Ich mache Klein F. endlich ihr geliebtes Fläschchen und wir kuscheln noch ein paar Minuten im Bett. Dann schicke ich sie ins Kinderzimmer, um den Mann aufzuwecken. (Nächtliches Bettenkarussell, don’t ask.) Die beiden wollen gleich in der Früh los, um einen zweiten Badeanzug für Klein F. und eine Luftmatratze zu besorgen.

08:30 Mein kleines Mädchen und ich sehen am Handy in die Wetterapp und beraten uns über Bekleidungsoptionen. F.s Favorit „nur Unterhose“ wird von mir zugunsten „Kleid und Unterhose“ überstimmt. Gemeinsam entscheiden wir uns für ein bisher selten getragenes blau geblümtes Kleid.

08:45 Mann und Kind sind aus dem Haus, ich dusche in Ruhe.

09:00 Ich setze mich mit trockenem Lesestoff für die Uni aufs Sofa. 

09:45 Wäsche: Abnehmen, falten, verräumen und die nächste Ladung anstellen.

10:00 Klein F. und der Mann kommen vom Einkaufen zurück und haben frisches Gebäck fürs Frühstück mitgebracht. Wir frühstücken gemütlich und trinken den ersten Kaffee des Tages.

10:45 Unsere Tochter besteht darauf, die neue Luftmatratze sofort aufzublasen und probezuliegen. Ich blase also, bis mir schwindelig wird. Der Mann räumt in der Zwischenzeit das Frühstück weg und den Geschirrspüler ein.

11:00 Ich versuche Klein F. einzufangen um sie zu waschen, ihr die Zähne zu putzen und sie mit Sonnencreme einzuschmieren, sie hat aber keine Lust. Erst die Drohung „schmutzig und ohne Sonnencreme fahren wir nicht zum See“ zeigt Wirkung, aber F. verlangt „der Papa soll mir die Zähne putzen und mich einschmieren“. Soll mir recht sein ;) Ich habe ja auch selbst genug mit meiner Sonnencreme zu tun. 

11:30 Endlich haben wir alles eingepackt, sind gewaschen, eingecremt und angezogen. Wir können losfahren! Oh, halt – ich laufe nochmal hinauf in die Wohnung, wir haben die Luftmatratze vergessen.

11:50 Wir sind am See angekommen. Es gibt sogar noch freie Parkplätze! Wir suchen uns einen schattigen Platz auf der Wiese unter einem großen alten Baum, breiten die Decke aus und machen es uns gemütlich.

11:55 Klein F. will sofort auf der neuen Luftmatratze ins Wasser, muss sich aber noch gedulden, bis auch der Mann sich seine Badehose angezogen hat. Während die beiden Richtung Wasser laufen, mache ich es mir mit einer Zeitschrift auf unserer Decke gemütlich. Ich habe nicht vor heute mehr als unbedingt nötig in die Sonne zu gehen, weil ich auch mit Schutzfaktor 50+ schnell rot werde.

12:30 Ich sehe mir mit Klein F. ein paar Bücher an während der Mann liest

13:00 Die nächste Wasserrunde startet. Klein F. „schwimmt“ mit ihrem Schwimmflügeln schon fleißig selbst von einem Steg zum nächsten und zurück.

13:30 Ich empfange ein bibberndes Kind, das ich fest in ein sonnenwarmes Handtuch einwickle. Klein F. weigert sich mit dem Mann und mir Uno zu spielen, also spielt sie alleine. Der Mann und ich nehmen uns Skipbo vor. Er gewinnt, wie immer.

14:15 Mann und Kind gehen wieder ins Wasser. Sie wollen mit der Luftmatratze über den See zum nächsten Bad hinüberschwimmen. Ich packe den Lesestoff für die Uni aus.

15:00 Wieder packe ich ein nasses bibberndes Mädchen ins Wärme Handtuch, dann gibt’s endlich Mittagessen. Der Mann hat für uns Nudelsalat, Schnitzelsemmel und Pfirsiche eingepackt. Dann trinke ich mittelguten Kaffee vom kleinen Lokal vor Ort.

15:45 Klein F.s Cousins sind auch ins Bad gekommen und werden rundum eingecremt, während F. vor lauter Freude um sie herumläuft.

16:00 Gemeinsam wollen alle nochmal ins Wasser, bevor wir wieder nach Hause fahren. Ich bleibe bei meinem Lesestoff.

16:30 Die Kinderbande kommt nass zurück, wird trockengerubbelt und mit Bananen versorgt. Dann puzzlen sie und spielen Ball.

16:50 Wir packen unsere Siebensachen zusammen. Das meiste passt zum Glück in unser Kästchen direkt im Bad (Nach 3 Jahren auf der Warteliste. Yay!)

17:05 Auf dem Parkplatz freuen wir uns, dass wir nicht eingeparkt wurden und fahren Richtung Erdbeerland.

17:20 Wir kommen beim Erdbeerland an und haben heute sogar eine Schüssel dabei. Es sind wahnsinnig viele wunderschön rote Erdbeeren zu finden und innerhalb kürzester Zeit ist die Schüssel gegupft voll. Klein F.s Bauch auch. Auf dem Weg nach Hause kaufen wir noch ein paar Becher Joghurt.

17:50 Der Mann macht sich an die Zubereitung der Erdbeeren. Klein F. wünscht sich Erdbeeren pur und Erdbeerjoghurt, der Mann und ich nur Joghurt. In der Zwischenzeit hänge ich die nassen Badesachen und die saubere Wäsche auf.

18:10 Essenszeit! Wir vertilgen fast alle Erdbeeren. Ein kleiner Rest Joghurt wandert in den Kühlschrank. 

18:45 Nachdem er das Geschirr in den Geschirrspüler geräumt hat, lässt sich der Mann, der vergessen hat sich rechtzeitig mit Sonnencreme einzuschmieren, von mir mit kühlender Apres-Sun-Lotion einschmieren. Er ist leider etwas rot geworden. Dann packt er seine Sportsachen, wie jeden Freitagabend.

19:00 Bevor er geht, putzt der Mann Klein F. noch die Zähne und sie zieht sich anschließend, zum ersten Mal in diesem Jahr, einen kurzen Sommerpyjama an.

19:30 Wir liegen endlich im Bett. Klein F. möchte heute „Schlaf gut, Tobi Taps!“ vorgelesen bekommen. Dann sehen wir uns die heutige Sandmännchenfolge auf dem iPad an. 

19:50 „Ich kann immer noch nicht einschlafen! Singt du mir noch etwas vor?“ bittet mich mein kleines Mädchen. Ich singe das Sandmännchenlied, Hänsel & Gretel, Lalelu, Weißt du wieviel Sternlein stehen und Schlaf Kindlein schlaf. Dazwischen muss ich sie daran erinnern, dass man im Liegen deutlich besser einschläft als im Sitzen.

20:00 Klein F. braucht „ganz unbedingt“ noch ein Hörbuch. Die Oktonauten sollen es sein. 

Um 20:10 ist sie endlich eingeschlafen. So ganz ohne Mittagsschlaf war das eben doch ein langer Tag.

20:15 Ich schleiche mich aus F.s Bett und räume ein bisschen auf.

20:45 Ich setze mich nochmal an den Tisch und hole die Unisachen raus.

22:00 Der Mann kommt nach Hause und wir beschließen eine neue Serie auszuprobieren – „Die Brücke“. Danach geht’s ab ins Bett.

Entscheidungsbla

Ich mag keine Entscheidungen. Ich mag sie nicht treffen. Ich mag es nicht, wenn plötzlich Entscheidungen getroffen werden, die mich/uns betreffen, denn dann muss ich mich umstellen und anscheinend bin ich doch weniger spontan und flexibel als ich gerne denke zu sein.

Besonders schlimm sind die Entscheidungen, die man für jemand anderen treffen muss, für das eigene Kind. Manche sind einfach, weil die eigene Meinung oder Erfahrung eine ganz klare Richtung vorgibt. Und dann gibt es da noch die Entscheidungen, bei denen ich unweigerlich an „Vom Regen in die Traufe“ denken muss.

Im Moment stehen wir vor so einer Entscheidung und unter Zeitdruck. In Klein F.s Kinderhaus geht es drunter und drüber. Die Pädagoginnen sind toll, aber offensichtlich so unzufrieden mit der Leitung, dass sie reihenweise kündigen. Noch geht unsere Tochter in die Kleinkindgruppe und eigentlich sollte sie im Herbst zu den größeren Kindern wechseln. Im Moment steht für mich nur fest, dass sie allerhöchstens noch bis Ende Juni in ihrer Gruppe bleiben wird. Aber ob sie danach im selben Haus in die Gruppe der Älteren wechselt oder doch besser in einen ganz anderen Kindergarten bereitet uns zur Zeit Kopfzerbrechen.

Der Mann meint: „Besser das unsichere Bekannte als das unsichere Unbekannte!“ und ich bin fast geneigt ihm Recht zu geben. Dazu kommt, dass es sehr unwahrscheinlich ist, so kurzfristig irgendwo einen anderen Platz für Klein F. zu bekommen. 

Pro und Contra Listen sagen mir klar, dass es trotz allem besser wäre in diesem Kinderhaus zu bleiben. Immerhin kennt Klein F. das Haus, viele der älteren Kinder, ihre zukünftige Pädagogin, ist voller Vorfreude und wir wohnen 5 Gehminuten entfernt. Luxus! Außerdem habe ich eigentlich keine Zeit für eine Eingewöhnung in einem anderen Kindergarten. In unserem Kinderhaus würde sie von ihrer derzeitigen Betugsbetreuerin in die neue Gruppe begleitet werden, Anfangs nur kurz bleiben und dann jeden Tag mehr Zeit dort verbringen. 

Wenn nur die Unsicherheit nicht wäre, ob die tolle Pädagogin in Klein F.s eventuell zukünftiger Gruppe bleibt oder ob sie die nächste ist, die unter dieser Leitung nicht mehr weiterarbeiten kann/will.

Heute Mittag werde ich erfahren, ob es überhaupt einen anderen Platz für Klein F. gibt und fast hoffe ich, dass wir eine Absage bekommen. Weil wir uns dann nicht entscheiden müssten. Weil es vieles einfacher machen würde.

Constant Recalibration

Das Zusammenleben mit einem Kind ist nicht immer einfach. Das Zusammenleben mit Eltern für das Kind bestimmt auch nicht. In den letzten Jahren habe ich so viel gelernt, gelesen, erfahren und erlebt, was mir hilft unser Zusammenleben einfacher und harmonischer zu machen.

Theoretisch weiss ich, wie ich in den meisten Situationen gut und richtig reagiere. Gut und richtig ist das, was ich mit reinem Gewissen tun und sagen kann. Praktisch bin ich oft zu gestresst oder zu müde oder zu schlecht gelaunt und reagiere dann wie auf Autopilot. Ich sage Dinge die nicht hilfreich sind, werde laut oder manipulativ.

Warum fällt es mir so schwer, immer „richtig“ zu reagieren, obwohl es mir doch so wichtig ist?

Die wichtigesten Voraussetzungen für mich, um gut und richtig mit Klein F. zusammenzuleben sind in erster Linie eine gewisse Denkweise, viel viel viel Gelassenheit und Zeit. Voraussetzungen, die oft nicht gegeben sind. Zeit? Wer hat schon Zeit? Und auch mit der Gelassenheit ist das so ein auf und ab.

Besonders das mit der Denkweise ist nicht so einfach, wie ihr euch vielleicht denken könnt. Immerhin hatte ich, bevor ich Klein F. bekam, 26 lange Jahre Zeit um andere, nicht immer positive Denkweisen zu kultivieren. Es ist also, auf den ersten Blick, einfacher, schneller und bequemer, wenn ich mich einfach nach dem richte, was die Gewohnheit und jahrelange Erfahrung mir an Handlungsoptionen anbieten. Auf lange Sicht ist das natürlich Unsinn, denn wenn ich mich meinem Kind gegenüber nicht gut verhalte, wenn ich schimpfe, ihm sage was es alles nicht tun soll oder darf, tritt mein Kind mir im Gegenzug auch nicht offen und freundlich gegenüber. Das strengt mich noch mehr an, was noch mehr impulsive und dumme Reaktionen mit sich bringt, wenn ich mich nicht bewusst zurücknehme. Ein Teufelskreis, den ihr vielleicht auch kennt.

Immer wieder merke ich, dass ich in solche schlechten Verhaltensmuster hineinrutsche. Immer wieder denke ich Situationen durch und überlege mir, wie es hätte besser laufen können. Immer wieder schaffe ich es, meinen Blick auf meine Tochter zu verändern. Zu sehen, was sie ist und was sie möchte (ein kleines Mädchen, Dinge selbst tun und entscheiden, Unsinn machen, uns auch mal herausfordern) und zu sehen was sie nicht ist und was sie nicht möchte (groß und immer vernünftig, zu viele Vorgaben, uns das Leben schwer machen). Immer wieder gehe ich mit dieser wiederum neu erworbenen Einstellung in den Tag.

Dieses Reflektieren und Ändern der eigenen Sichweise erfordert Arbeit, aber es ist zum Glück auch eine Übungssache. Es wird von mal zu mal leichter.

Und letzten Endes werde ich auch in stressigen Situationen belohnt, wenn ich es schaffe mir die Zeit zu nehmen gedanklich einen Schritt zurück zu machen, mein Kind zu betrachten und zu entscheiden, was hier gerade wirklich passiert. Wenn ich mir die Zeit nehme, eine bewusste Handlungsentscheidung zu treffen, die ich mit meinem Gewissen vereinbaren kann anstatt impulsiv und genervt zu reagieren. Diese Zeit macht sich nicht nur auf lange Sicht bezahlt, weil wir beide zufriedener sind. Genau in diesem stressigen Moment tue ich mir mit einem zufriedenen kooperativen Kind leichter, als mit einem wütenden, weinenden oder unwilligen Kind.

Und so bemühe ich mich immer wieder um einen offenen, positiven Blick auf meine kleine Tochter. Wenn ich mich ärgere, versuche ich innerlich einen Schritt zurückzugehen und zu überprüfen, ob mein erster Eindruck dem entspricht, was tatsächlich passiert. Ich arbeite an meiner Sichtweise ihrer Handlungen und unseres Zusammenlebens. Wenn ich erfolgreich bin, scheint plötzlich alles viel einfacher zu sein. Und sie lebten glücklich und zufrieden…

Heimlich

– Ich hab Hunger
– Jetzt kommt gleich der Papa, dann können wir gemeinsam etwas essen.
– Ich hab aber JETZT Hunger!
– Der Papa ist in 5 Minuten da, dann essen wir!
– Nein, ich will jetzt was aus dem Kastl!
– Ich will nicht dass du dir jetzt etwas nimmst, wir essen dann gemeinsam.
– (schrill) Nein! Geh mir auf die Nerven! Ich nehm mir jetzt was!

Sprachs und nahm sich ein Sackerl mit Knabberigeln, füllte eine handvoll davon in ein Schüsselchen, verschloß und verräumte das Sackerl wieder und begann zu essen.
Und heimlich, ganz heimlich musste ich schmunzeln und war stolz auf mein kleines Mädchen, wie immer wenn sie gut für sich selbst sorgt.

(Unter anderen Umständen hätte ich ihr das Sackerl wieder abgenommen. Aber heute hatte ich nicht gekocht und ob sie beim gemeinsamen Jausnen kein Brot oder kein Brot isst, ist mir in Wirklichkeit ziemlich egal.)

Zuviel Zeug

Ich bin genervt. Ich schaffe es kaum mehr unsere Wohnung richtig aufzuräumen, denn wir haben einfach zu viele Sachen! Immer wieder starte ich einen Anlauf und überlege, was davon wir loswerden könnten und immer wieder trenne ich mich von einigen wenigen Gegenständen, aber eine wirkliche Lösung ist das nicht.

Dazu kommt, dass ich unweigerlich kurze Zeit später genau das Ding benutzen möchte, dass ich gerade losgeworden bin. Diese Woche war ich krank und hätte so gerne die alten löchrigen bequemen Sachen angezogen, die ich Anfang des Jahres endlich weggeworfen habe, weil ich sie nie anziehe.

Oder als ich mit Klein F. gebastelt habe und 10 Minuten nach dem Kistchen mit den  Papier- und Stoffschnipselresten suchte, bis mir eingefallen ist, dass ich die vor 2 Monaten weggeworfen habe, weil ich sie nie angesehen habe und sie mir in der Lade immer im Weg waren.

Dann sind da die Dinge von denen ich mir 100%ig sicher bin, sie später mal wieder zu brauchen. Die Kiste mit der Weihnachtsdekoration, das viele viele Babygewand und Babyspielzeug, Backformen die ich nur 1x im Jahr benutze. Wohin mit all diesen Sachen? Und natürlich Erinnerungsstücke, Karten, Kinderzeichnungen, muss ich bald einen Lagerraum dafür anmieten?

Am Ende dieser Überlegungen bin ich jedes Mal wieder frustriert und frage mich, ob es an mir liegt oder ob wir wirklich zu wenig Platz haben.

Zuviel Zeug oder zu wenig Platz? Wie macht ihr das?

WMDEDGT? 01/15

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? fragt die immer lesenswerte Frau Brüllen, und ich frage mich das tatsächlich auch oft, wenn mir schon wieder ein Tag einfach durch die Finger geflutscht ist. Gestern habe ich endlich mal rechtzeitig daran gedacht und vieles schriftlich festgehalten. Für mich und für euch.

Zu diesem Tag muss erwähnt werden, dass er keinen für uns typischen Tagesablauf darstellt. Dies ist ein Tagesablauf, wie er fast nur am Ende der Ferien vorkommt, wenn unsere Schlaf- und Essenszeiten und Gewohnheiten sich verschoben haben und wir einfach in den Tag hineinleben.

Der Tag beginnt, als der letzte noch gar nicht geendet hat. Ich sitze bis etwa 02:30 am Laptop und arbeite. Das Projekt beschäftigt mich schon seit Tagen und war etwas aufwändiger, als ich es erwartet hatte. Ich habe mich genug damit herumgeärgert und möchte es endlich abschließen. Zum Schluß bin ich zufrieden und lade die fertigen Dokumente hoch. Anschließend mache ich mich im Bad bettfertig.
Als ich mich ins Bett lege, nehme ich trotz der späten Uhrzeit noch meinen Kindle zur Hand und lese unvernünftig lange ein unvernünftig gruseliges Buch. Als ich um etwa 03:50 endlich das Licht ausmache traue ich mich kaum die Augen zu schließen. Ich bin alleine im Bett, denn der Mann schläft im Kinderzimmer bei Klein F., die ständig hustend und schnupfend aufwacht.
Irgendwann, als es noch dunkel ist, bringt der Mann unsere Tochter zu mir ins Schlafzimmer und murmelt irgendwas von: er wolle auch mal 5 Minuten ungestört schlafen. Klein F. kuschelt sich zu mir und wir schlafen, unterbrochen von einigen Naseputzeinsätzen, aneinander gekuschelt noch ein paar Stunde.
08:50 Die Post läutet, zweimal. Mein kleines Mädchen wacht auf und ist sofort hellwach und gut gelaunt.
08:55 Das Kind erzählt mir, was es geträumt hat: „Mama, hast du gehört, wie ich im Schlaf geredet hab? Da hab ich dir die Geschichte erzählt, vom Timmi, das war ganz wunderbar …“
08:56-09:00 Klein F. läuft zwischen KiZi und SchlafZi hin und her und sucht mindestens einen aufstehwilligen Elternteil. Vergeblich.
09:01 Vor „Ich brauche jetzt aber ganz unbedingt schon ein Fläschchen!“ kann ich mich nicht mehr drücken. Wenn das Kind Hunger oder Durst verkündet, springe ich. Unser kleines Mädchen kuschelt sich mit dem Fläschchen zum Mann ins Kinderzimmer, der es dann wieder zu mir schickt
09:05 Ich diskutiere mit dem Kind, ob es schon alleine zum Spielen ins Wohnzimmer gehen kann oder ob ich wirklich schon aufstehen muss.
09:06-09:30 Das Kind entscheidet sich dafür, lieber noch bei mir zu bleiben und mich vollzuquatschen.
09:31 Ich diagnostiziere eine beginnende Augenentzündung und hoffe mich zu täuschen. (Später vermute ich, dass sie sich einfach Rotz aufs Auge geschmiert hat. Alles gut, puh!)
09:32 Als ich die Augenentzündung erwähne, tritt das Kind die Flucht ins Wohnzimmer an. Geht doch! Nur bin ich jetzt ja leider auch schon wach. Mist!
09:34 Ich geselle mich zu Klein F. ins Wohnzimmer
09:35 Ich verabreiche Hustensaft und miste die Medikamentenbestände aus
10:00 Ich befülle die Waschmaschine und schalte sie ein
10:03 Klein F. beschäftigt sich selbst. Ich bewege mich unauffällig mit dem Kindle Richtung Sofa.
10:05 Sie hat mich entdeckt und fleht mich an, mit ihr ein Buch anzusehen
10:05-10:44 Aus einem Buch werden viele. Im Anschluß wird mein (angeblich) verletzter Daumen von der kleinen Frau Doktor verarztet und meisterhaft verbunden.
Verband
10:45 Ich schicke das fröhliche Kind ins Kinderzimmer um den Mann aufzuwecken und bereite das „Frühstück“ vor. Aus dem Kinderzimmer tönt ein „Kikeriki“.
11:15 Unsere Tochter muss noch ein Bild malen, der Mann und ich beginnen zu frühstücken.
11:20 Klein F. ärgert sich.
– „Arme F.“, musst du sagen, Papa!
– Arme F.!
– (entrüstet) Ich bin nicht arm!!!
Foto 2
12:30 Nach langem gemütlichen Essen mit viel Herumblödelei räume ich endlich den Tisch ab. Der Mann verpackt das Kind warm und verschwindet mit ihm nach draußen.
12:45 Ich falte eine Ladung Wäsche, hänge die nächste auf und befülle die Waschmaschine eine zweites Mal.
13:00 Ich trinke Kaffee und lese Nachrichten auf meinem iPhone.
13:15 Duschzeit
13:35 Ich lüfte und räume auf – unglaublich wie viel Unordnung wir machen!
14:00 Endlich fülle ich meine Gewürze in die einheitlichen Gewürzgläser, die ich zu Weihnachten von meinem Bruder bekommen habe.
Foto 3
14:30 Zwei Eiszapfen kommen bei der Tür herein und ich mache Tee.
15:00 Während meine zwei Lieben in der Wohnung Fangen spielen, fahre ich mit dem Auto zur Post um ein Paket abzugeben und dann zum Einkaufen.
16:00 Wieder zurück lese ich mit Klein F. ein Buch, dann malen und basteln wir gemeinsam.
16:45 Der Mann wärmt das übriggebliebene Risotto vom Wochenende auf, macht dazu Salat und wir essen gemeinsam. Dabei wird wieder viel geblödelt und bis das Kind endlich fertig gegessen hat, ist eine Stunde vergangen.
17:45 Der Mann und Klein F. gehen gemeinsam baden, während ich die Küche aufräume, Emails lese und es mir kurz am Sofa mit dem Kindle gemütlich mache.
18:10 Mein Handy klingelt zweimal kurz hintereinander und ich freue mich, dass die Anrufer eine so günstige Zeit zum Telefonieren gefunden haben.
18:30 Mann und Kind haben fertig gebadet, ich kuschele mich mit unserer Tochter aufs Sofa unter die Decke und wir warten aufs Sandmännchen während der Mann uns mit Mandarinen füttert.
19:00 Nach dem Sandmännchen braucht Klein F. natürlich „aber ganz unbedingt noch ein Fläschchen“. Ich rolle innerlich ob dieser Theatralik ein bisschen mit den Augen. Dann wird ihr wieder Hustensaft verabreicht, sie wird zwischen diversen Turnübungen in den Pyjama gezwängt (19:10), darf zwischen Rumpelzahnbürste (elektrisch) und normaler wählen (19:20) und zum Schluß noch ein Buch fürs Bett aussuchen.
19:30 Mein kleines Mädchen und ich sind endlich im großen Bett im Kinderzimmer angekommen und lesen eines ihrer Lieblingsbücher. Dann wird nochmal die Nase geputzt und mit Nasenspray versorgt, damit das arme Schnupfenkind besser schlafen kann.
19:40 „Ich kann einfach nicht einschlafen“ jammert sie. Ich erzähle also eine Geschichte und singe ein paar Lieder, bis mir selbst die Augen zufallen
19:55 Ich bin wieder aufgewacht und das Kind schläft. Ein Wunder! Meistens dauert das Einschlafspiel eine Stunde.
Der Mann freut sich, als ich unerwartet schnell wieder ins Wohnzimmer zurückkomme. Gemeinsam verbringen wir den größten Teil des restlichen Abends lesend, mit einem Ohr immer beim armen Hustenkind.
22:55 Ich gehe ins Bad, wo ich mich wasche und mir die Zähne putze.
23:05 Die letzte Wäscheladung kommt noch auf den Wäscheständer und ich falte eine Ladung trockene Wäsche.
23:25 Ich schaue nach Klein F., die inzwischen ganz ruhig schläft.
23:29 Nochmal schalte ich den Laptop ein, um meine Notizen, die ich den ganzen Tag über gemacht habe, zu einem richtigen Tagebucheintrag zusammenzufassen.
23:59 Ich ärgere mich über WordPress, das den fertigen Eintrag verschwinden lässt und gehe wütend ins Bett. Dort lese ich wieder unvernünftig lange, diesmal bin ich aber zum Glück nicht alleine im Bett und das gruselige Buch macht mir gleich viel weniger aus.

Nachtrag nächster Tag: Ich beschließe, den Eintrag ein zweites Mal zu schreiben und WordPress noch eine Chance zu geben. Ob es diesmal klappt?

Danke Bobo!

Klein F. braucht abends lange um einzuschlafen. Laaange. Also wirklich unendlich lange. Oft dauert es über eine Stunde und in der Zeit liegt sie natürlich nicht alleine entspannt in ihrem Bett und wartet auf den Schlaf, sondern der Mann und ich liegen abwechselnd (auch mal mehr oder weniger unentspannt) daneben und warten mit ihr. (Das war leider ein zweitägiges Wunder und danach entschied sie sich gegen diese Einschlafvariante). Da ich selbst bei Hörbüchern am allerbesten und -schnellsten einschlafe (und sie deshalb leider nie bei langen Autofahrten hören konnte), dachte ich mir, vielleicht helfen sie Klein F. auch beim einschlafen. Also zog, auf Empfehlung einer Bekannten, Bobo bei uns ein.

Bobo Siebenschläfer ist, wie der Name schon sagt, ein kleiner Siebenschläfer. Die Bücher und Hörbücher erzählen ganz simple, relativ alltägliche Geschichten für ganz kleine Kinder. Klein F. liebte Bobo sofort. Sie liebte die Geschichten sogar so sehr, dass sie auch abends nicht genug davon bekommen konnte und immer mehr und mehr Geschichten forderte und am Ende noch länger zum Einschlafen brauchte. Inzwischen haben wir einen Kompromiss gefunden und sie darf sich jeden Abend ein paar Geschichten aussuchen, die in eine eigene Playliste kommen und danach ist Schluß.

Nach ein paar Abenden mit Bobo Siebenschläfer konnte unser Kind natürlich viele Geschichten auswendig. Seither wird den lieben langen Tag aus Bobos Geschichten zitiert. Wenn ich schlechte Laune habe, höre ich von Klein F. ein vorwurfsvolles „Aber Bobo, sei nicht so schüchtern, begrüße deine Cousins!“. Wenn beim Essen etwas danebengeht oder mal das Wasser fliegt heisst es „Bobo hat den Becher umgestoßen. Der Becher ist hinuntergefallen. Der ganze Kakao ist auf dem Boden.“. Nicht immer ganz passend, oft irritierend, aber auch lustig.

Eine dieser Geschichten nennt sich „Bobo kann schon alleine aufstehen“. In dieser Geschichte wacht der kleine Siebenschläfer in seinem Bett auf, steht auf, macht seine Tür auf und läuft leise zu Mama und Papa, die noch schlafen. Dort klettert er zu ihnen ins Bett, kuschelt sich zu ihnen unter die Decke und gibt beiden ein Küsschen.
Nachdem diese Bobo Geschichten offensichtlich so großen Eindruck auf Klein F. machen, versuchte ich, sie für meine Zwecke zu nutzen. Abends erklärte ich ihr, dass sie einfach selbst zu uns hinüberkommen kann, wenn sie aufwacht – wie Bobo. Das hatte ich vor einer Weile schon einmal versucht und Abend für Abend erklärt, aber Klein F. zeigte sich unbeeindruckt und nicht in der Lage, selbst zu uns ins Nebenzimmer zu kommen. Aber dann kam Bobo! Wieder erklärte und erklärte ich: „Wenn du aufwachst, dann lauf einfach schnell zu uns und kuschel dich zu uns ins Bett. So wie der Bobo!“. Sie nickte, und tatsächlich: nach drei Tagen kletterte ein kleines Nachtgespenst in unser Bett, über den Kopf vom Mann und vergrub dann sein Gesicht in meinen Haaren um zwischen uns weiterzuschlafen.

Seitdem müssen der Mann und ich nachts und frühmorgens nicht mehr aufstehen, um unser aufgewachtes und ungeduldig nach uns rufendes Kind in unser Bett zu holen oder uns zu ihm zu legen. Und dafür bin ich Bobo wirklich dankbar!

Baby sein

Seit einer ganzen Weile (Wochen? Monate!!!) hat Klein F. eine immer wieder sehr intensive Babyphase. Ich kenne das von anderen Kindern aus dem Bekanntenkreis, aber da war der vermeintliche Auslöser eigentlich immer ein Geschwisterchen. Aber vermutlich braucht es dafür gar keinen Auslöser.
Klein F. wechselt teilweise sekündlich zwischen „Ich bin schon groß“ und „Kmäkmä, ich bin ein kleines Baby!“, wobei das Babysein deutlich überwiegt. Grundsätzlich gehe ich ja immer erstmal davon aus, alles ist normal und so eine Phase geht ja wieder vorüber.

Wenn unser kleines Mädchen also urplötzlich nicht mehr gehen, selbst essen und sich natürlich nicht mehr selbst an- und ausziehen konnte, nahm ich das gelassen und bediente sie hinten und vorne kam ihren Wünschen nach. Ich nehme sie auch in den Arm wie ein Baby und wiege sie, ich liebe es sogar das zu tun – als sie ganz klein war mochte sie nämlich fast nie so gehalten werden. Auch als wir ganz selbstverständlich ohne Windeln in den Urlaub fuhren und dort dann für unser Kind, das überraschenderweise plötzlich ein Baby war, wieder Windeln kauften, nahmen wir das mit Humor.

Langsam beginnt dieses Babygetue aber, mir auf die Nerven zu gehen. Diese Phase dauert mir eindeutig zu lange und ich will, dass Klein F. da bald wieder herausfindet. Ich finde es schön und praktisch, wenn sie schon vieles selbst kann und es auch tut!
Bisher habe ich ihr immer zugestimmt, dass sie ein kleines Baby ist, wenn sie das verkündet hat. Jetzt überlege ich, ob das vielleicht eine blöde Idee war. In den letzten Tagen habe ich versucht auf: „Du bist kein Baby mehr/schon groß, aber wenn du das möchtest, helfe ich dir natürlich trotzdem die Schuhe auszuziehen/beim Essen/trage ich dich ins Wohnzimmer/…“. Klein F. findet das gar nicht lustig und widerspricht mir energisch oder weint und schreit sogar, dass sie sehr wohl ein Baby sei. Schwierig also, darauf zu reagieren ohne sie zu provozieren.

Kennt ihr das auch?

Geschichten

Wir sind zu Besuch bei meiner Mutter. Gemeinsam sitzen wir am Küchentisch. Klein F. isst noch, meine Mutter schreibt eine Einkaufsliste und überlegt laut, welche Lebensmittel sie noch aufschreiben soll. Klein F. nimmt sich auch einen Zettel und „schreibt“. Dann erzählt sie, während sie weiterkritzelt:
„Die F. trank noch ein Prickelwasser und die F. trank noch Saft und die F. trank auch Wein, sie war schon gaaanz riesengroß, so wie du!“, Blick zu mir, “ und dann trank sie noch Kakao. Die F. aß auch Palatschinken und Honig und sie hatte Handschuhe an.“
„Wieso hatte sie den Handschuhe an?“
„Damit sie besser essen kann! Und die F. aß Weintrauben und Marmelade und …“

Wir werdens nie lernen

Die lieben Eltern kaufen voller Enthusiasmus schöne Dinge für das Kind. Sie überlegen genau was ihrem Kind gefallen würde und lange Freude macht, malen sich seine Begeisterung aus und können es kaum erwarten den Nachwuchs damit zu beglücken. Und das Kind so: „Das mag ich nicht so gerne.“
Kennt ihr?

Vor einer Woche wieder so ein Moment und im Nachhinein denke ich, diesmal hätten wir es wirklich besser wissen müssen. Klein F. konnte sich bisher weder für ihr Bobby Car, noch das Dreirad und schon gar nicht für den Wutsch begeistern. Trotzdem waren wir überzeugt davon, dass so ein Laufrad genau das richtige für unsere kleine Tochter ist.
Klein F. sieht das anders. Sie findet das Laufrad zu wackelig und möchte auch höchstens ein paar kleine Schritte gaaanz langsam machen, bevor sie wieder absteigt.
Wir werden sehen, ob sich das im Laufe des Sommers noch ändert.

Und wie gut kennt ihr eure Kinder?

Kurzmitteilung

Mama, warum ärgerst du dich immer?

Klein F. hat sich vor 3 Wochen in die Gruppe der Kinder eingereiht, die von früh bis spät ihre Mitmenschen in den Wahnsinn Warum?-en. Gut, ich übertreibe. Noch finde ich es meistens ganz amüsant, auch wenn manche ihrer Warum?s sehr zu hysterischem Lachen verleiten. Etwa wenn sie fragt, warum sie selbst etwas gemacht hat, oder mag, oder nicht mag und mir dann auf „Das weiss ich auch nicht.“ erklärt, wieso das denn so ist – als wäre es das selbstverständlichste auf der Welt.
„Mama, wo ist mein Schnuller?“
„Der liegt da oben auf der Kommode.“
„Waru-um?“
„Weil du ihn da hinaufgelegt hast.“
„Waru-um?“
„Ja ich weiss auch nicht, wieso du ihn da hinaufgelegt hast!?“
„Weil ich etwas essen wollte!!!“
Ihr versteht.

Und manchmal gibt es zwischendurch ein Warum-um?, das zum Nachdenken bringt.
Wie zum Beispiel antworte ich dem Kind nach der Fleischweihe auf die Frage „Warum hat der Mann uns angespritzt?“ ohne bei Zauberei zu landen? Und ohne den Begriff „heilig“ zu benutzen, den Klein F. als synonym für „dunkelblau“ benutzt, und sie damit vollends zu verwirren?

Manchmal führt ein Waru-um? auch zu einem der größeren Themen im eigenen Leben und Denken.
Gestern früh starb mir der Motor auf halbem Weg aus der Parklücke ab. Von links und rechts brausten schon andere Autos heran. Ich fluchte und startete das Auto neu, was mit vorglühen etwas dauert. Ich war mal wieder an meiner Unachtsamkeit und den unterschiedlichen Abstellgewohnheiten des Mannes und mir gescheitert. Für gewöhnlich lege ich beim Abstellen den 1. Gang ein, er den 2. Gang – wenn man mit dem 2. Gang unvorsichtig losfährt kann es schon mal passieren, dass der Motor abstirbt.
„Warum hast du dich geärgert Mama?“
„Weil das Auto stehengeblieben ist.“
„Mama, warum ärgerst du dich immer?“

Eine gute Frage. „Mama, warum ärgerst du dich immer?“ Natürlich war mir schon vorher bewusst, dass ich mich oft und auch über scheinbare Kleinigkeiten ärgere. Aber wenn dann Klein F. vom Rücksitz diese Frage stellt, bringt mich das zum Nachdenken.

Ich habe schon oft gehört, dass ich gelassen, ausgeglichen und sicher wirke, vor allem im Umgang mit meiner Tochter. Das entspricht aber ganz und gar nicht meinem Selbstbild. Es wird besser, noch vor ein oder zwei Jahren fühlte ich mich oft unsicher, gestresst und überfordert. Inzwischen sind diese Momente glücklicherweise viel seltener geworden, aber im Grunde sehe ich mich als kritischen, oft überängstlichen und leicht zu verärgernden Menschen. Es ist eine Herausforderung für mich die Welt nicht vorwiegend negativ zu sehen. Ich könnte den ganzen Tag jammern wie blöd ich alles und alle finde und diese Tatsache für mein eigenes Unglück verantwortlich zu machen. Jeden Tag trotzdem das Gute und Schöne zu sehen ist nicht leicht, aber machbar. Nur wenn ich mir immer wieder bewusst mache, dass alleine meine Einstellung den Unterschied macht, kann ich glücklich sein und mein Leben genießen.

So arbeite ich also jeden Tag an mir, versuche mehr zu lachen und auch einfach mal den Mund zu halten statt zu meckern. Jetzt erst recht, ich möchte Klein F. nicht mit meiner negativen Sicht der Dinge beeinflussen! Meine kleine Tochter ist vermutlich der beste Grund überhaupt für alle positiven Veränderungen in meinem Leben.

Also #thinkpink :)

Einschlafritual

Elternteil 1 liegt mit Klein F. im Bett und singt und erzählt nach Leibes- und Geisteskräften. Irgendwann, wenn die Kräfte nachlassen, wird es F. zu langweilig und sie verkündet: „Ich kann eeeeiiiiinfach nicht einshlafen!“, oder auch „Ich mag heute nicht einshlafen!“. Meistens murmelt sie dann noch sowas wie: „Ich komm gleich wieder!“, klettert aus dem Bett und läuft zu Elternteil 2 ins Wohnzimmer.

Früher wurde es hier schwierig. Klein F. weinte und jammerte. „Schlafen ist blöööd!“. Es bedurfte viel Überzeugungskunst um sie zur Umkehr zu bewegen und das Spiel wiederholte sich mehrmals an einem Abend. Aber irgendwann in den letzten Wochen entspannte sich die Situation wie durch Zauberei. Klein F. ist nur für ein paar kleine Plauderminütchen im Wohnzimmer und verabschiedet sich dann, zum Leidwesen von Elternteil 2 meist ganz ohne Kuss und Gekuschel, mit „Ich geh wieder rein!“ und läuft wieder zurück in ihr Zimmer und klettert ins Bett.

Gute Nacht!

Der Hocker

Weil auf Twitter danach gefragt wurde, hier ein paar Bilder von unserem gepimpten Ikea-Hocker Bekväm. Damit kommt Klein F. gut zum Waschbecken und kann beim Kochen „helfen“, ohne dass ich mir ständig Sorgen machen muss sie könnte fallen.
Der Hocker ist genau so hoch, wie die Arbeitsplatte in der Küche. Klein F. kann selbst hinein- und hinausklettern wenn sie das möchte, hat einen guten Überblick und ist überall dabei.

Nachtrag:
Natürlich darf Klein F. auch klettern. Sie klettert zB auf die Sitzbank, das Sofa, diverse Sessel und den Couchtisch.
Beim Küchenhocker geht es aber nicht ums Klettern, sondern darum ihr zu ermöglichen beim Kochen dabei zu sein oder sich bequem die Hände zu waschen. Dabei achtet sie nicht immer darauf, dass sie auf einem Hocker steht und macht auch schonmal einen Schritt auf die Seite oder nach hinten. Ohne das Geländer würde sie fallen, wenn ich nicht ständig hinter ihr stehe und aufpasse.
Der Hocker ermöglicht es uns also, beide entspannter in der Küche zu werkeln!

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Ablöse

Früher war es mal so, dass ich mich gefreut habe wenn der Mann nach Hause gekommen ist, weil wir dann eine schöne Zeit zusammen hatten. Inzwischen freue ich mich wenn der Mann nach Hause kommt, weil das bedeutet, dass ich auch mal ein paar Minuten (oder mehr) für mich habe.

Lange hatte ich ein schlechtes Gewissen deswegen. Dieses Entgegensehnen der Ablöse bedeutete doch, das etwas anderes zwischen uns verloren gegangen oder doch sehr in den Hintergrund getreten ist.

In letzter Zeit habe ich mir vermehrt Gedanken darüber gemacht, vor allem weil der Mann noch weniger zu Hause ist als sonst.
Normalerweise arbeitet er drei Tage in der Woche in Wien, einen halben in Klagenfurt und verbringt einen weiteren halben auf der Uni. Dazu kommen noch ein paar Freizeitaktivitäten und privater Computersupport bei Menschen, denen er nichts ausschlagen kann. Bleiben in etwa 2 Tage, die wir gemeinsam verbringen.
Vor ein paar Wochen hat er angefangen (endlich!) seine Diplomarbeit zu schreiben. Ich muss ihn jeden Tag fast rauswerfen und auf die Uni schicken, weil auch er lieber ein wenig Familienzeit hätte und mit schlechtem Gewissen in der Unibibliothek sitzt. Aber hilft ja nix – je früher sie fertig ist desto besser! Für uns alle.
Die gemeinsame Zeit ist im Moment also sehr eingeschränkt und umso mehr sehne ich mich nach Ablöse.

Mein schlechtes Gewissen wegen dieser Gefühle ist inzwischen deutlich kleiner geworden. Ich BRAUCHE Zeit für mich. Dieses Bedürfnis ist bei mir stark ausgeprägt. Bekomme ich diese Zeit nicht, geht es mir nicht gut und ich bin auch weniger liebevoll und geduldig Klein F. und dem Mann gegenüber.
Ich brauche erst Zeit für mich um Quality Time mit dem Mann verbringen zu können. Seit dieser Erkenntnis geht es mir besser. Denn was bringt die gemeinsame Zeit, wenn ich sie genervt und mit den Gedanken bei 1000 anderen Sachen verbringe?

Schlechtes Timing

  • Müde aufwachen vom Baby geweckt werden.
  • Keinen Kaffee trinken, denn vielleicht wird man ja auch so noch ein bisschen munterer. Denken, dass man heute aber wirklich mal gemeinsam mit dem Baby Mittagsschlaf machen muss.
  • Aufgeben, Kaffee trinken.
  • Warten, dass der Kaffee wirkt.
  • Kaffeewirkung setzt ein, wenn das Baby mittags einschläft.
  • Kein Mittagsschlaf mit dem Baby, plötzlich unendliche Energie.
  • Kaffeewirkung vorbei, Baby wacht auf.
  • Wann ist endlich Abend???
  • Abend, das Baby geht schlafen.
  • Zuckerinduzierter Energieschub. I don’t need no sleep!
  • Viel zu spät ins Bett.
  • Repeat.
  • So ein Kettendings

    Frollein Püppi-Lotta hat mich getaggt! Und jetzt muss ich da wohl durch… ;)

    Die Regeln:
    Jede getaggte Person erzählt 11 Dinge über sich selbst.
    Außerdem müssen die 11 Fragen beantwortet werden, die man vom Tagger bekommen hat.
    Du musst 11 weitere Fragen an die Blogger stellen, die du taggen willst.
    Dann musst du 11 weitere Blogs mit weniger als 200 Lesern auswählen und sie informieren.
    Markiere den, der dich getaggt hat, als Dank – Zurücktaggen ist nicht erlaubt!

    11 Dinge:
    1. Ich habe ein Elefantengedächtnis, wenn es um unnützes Zeug geht. Wichtiges hingegen geht irgendwo verloren.
    2. Ich liebe schöne Dinge.
    3. Ich bin einer dieser komischen Menschen, die lieber Dinge verschenken, als sie zu bekommen.
    4. Ich bin klein, dick und habe braune Augen.
    5. Die richtige Musik und meine Emotionen sind wie fremdgesteuert – Werbung, Filme, etc. nutzen sowas ja schamlos aus ;)
    6. Leute die nicht lesen finde ich komisch.
    7. Bei manchen Themen kann ich keine anderen Meinungen akzeptieren.
    8. Ich freue mich heimlich ein bisschen, dass Klein F. zur Zeit am liebsten bei mir im Bett schläft. Vor allem wenn der Mann nicht da ist – ich schlafe ja auch nicht gerne alleine. Und fürchte mich im Dunklen.
    9. Oft kann ich meine eigene Schrift nicht lesen.
    10. Ich habe mal eine Arbeit über Prokrastination geschrieben und sie 15 Minuten vor Abgabeschluß fertiggestellt und abgeschickt.
    11. Ich kann ganz schön hochnäsig sein.

    Frollein Püppilottas Fragen an mich:
    1. Was ist deine Lieblingsfarbe?
    Grün
    2. Gibt es etwas in deinem Leben, das du bereust?
    Ja, da gibt es einiges. Ich versuche mich da im Nachhinein nicht hineinzusteigern.
    3. Was ist dein Herzenswunsch?
    Einfach weiterhin glücklich sein!
    4. Was für Musik hörst du gern?
    FM4 – mein liebster Radiosender. Ich mag leicht jazzige Sachen, so wie Jamie Cullum und Alternative-Popiges, zB Tegan&Sara, Ingrid Michaelson, Mia, Garish, …
    5. Was ist dein Lieblingsfilm?
    Liebe mich, wenn du dich traust und Fight Club
    6. Füller, Bleistift oder Kugelschreiber?
    Kugelschreiber!
    7. Was war dein liebstes Schulfach?
    Englisch und in der Oberstufe auch Geographie und Wirtschaftskunde.
    8. Stadt oder Land?
    Stadt!
    9. Herz oder Kopf?
    Ein ständiges hin und her.
    10. Tag oder Nacht?
    Ich bin eine Nachteule aber mag die Dunkelheit nicht.
    11. Sommer oder Winter?
    Sommer, immer Sommer! Alles andere ist zu kalt!

    Meine Fragen an euch:
    1. Frühaufsteher oder Morgenmuffel?
    2. Kaffee, Tee oder doch lieber was ganz anderes?
    3. Welches ist dein Traumreiseziel? Alleine oder in Gesellschaft?
    4. Was würdest du tun, wenn du eingeschneit bist und Fernsehen und Internet ausgefallen? Arbeiten, aufräumen, lesen oder doch etwas ganz anderes?
    5. Was wäre bei einem Lottogewinn deine erste Anschaffung?
    6. Wenn du deinem früheren Ich etwas sagen könntest, was wäre das?
    7. Was könntest du gerne?
    8. Hast du eine Lieblingsserie?
    9. Welches Buch liest du gerade oder hast du zuletzt gelesen?
    10. Grüner Daumen oder brauner Daumen?
    11. Bist du glücklich?

    Ich tagge: (keine Ahnung wieviele Leser ihr habt)
    1. Popela
    2. Wunschwolke
    3. 1×2
    4. Blumenpost
    5. Ansku
    6. Mairegen
    7. Pjaupe
    8. Das Muttertier
    9. Frau Niepi
    10. 3 ist das neue 2
    11. Simetra
    Ich bin übrigens keinem böse, der da nicht mitspielen will ;)

    Harte Arbeit

    Klein F. ist wohl das ärmste Kind der Welt und muss jeden Tag harte Arbeit verrichten. Ihr Job ist es, das Bücherregal auszuräumen. Buch für Buch will herausgenommen, begutachtet und dann auf dem Boden abgelegt werden. Oft muss sie dabei ächzen und stöhnen, wie ein armes altes Weiblein, ganz besonders wenn sie mit einem dicken Wälzer in die Knie geht.
    Und das allerallerschlimmste dabei ist ja: Jede Nacht räumt irgendein gemeiner Mensch das Bücherregal wieder ein und macht ihre harte Arbeit ungeschehen! Das Leben kann so unfair sein!

    Gefährliche Nähe

    Haha, das könnte auch der Titel von einem dieser Schundromane sein! Leider ist die Sache ernst.

    Klein F. ist in letzter Zeit unheimlich brutal und es wird von Tag zu Tag schlimmer. Sie zwickt mir ins Gesicht, drückt mit aller Kraft meine Finger zusammen bis sie selbst ganz rot im Gesicht ist, reisst mich an den Haaren und krallt sich in meine Nase oder meinen Mund. Einige dieser Dinge tun wirklich wirklich weh!
    Oft hat sie einen Finger in jedem Nasenloch und zwickt mit ihren Fingern innen in die Nasenscheidewand. Oder wenn sie sich in meine Oberlippe krallt und dabei auch noch über Zahnfleisch kratzt. Oder wenn sie meinen Mund quasi mit beiden Händen fest zusammenzwickt – schon mal versucht Babyhände da wegzubekommen, ohne dass es noch schlimmer wird?

    Ich habe lange überlegt, warum sie das macht, denn es sind viele Situationen.

  • Ärger:
    Das kann ich nachvollziehen, auch wenn es für mich nicht akzeptabel ist. Wenn Papa die Wohnung verlässt, ich „Nein!“ sage oder sonst irgendetwas nicht so ist, wie sie das möchte. Oft zieht sie mich dann an den Haaren und ich weiß, dass das Absicht ist. Vermutlich begreift sie nicht in vollem Umfang, was sie da tut und dass sie mir damit wehtut, aber sie tut das eindeutig um ihrem Ärger Ausdruck zu verleihen.
  • Aufmerksamkeit:
    Wenn ich abgelenkt bin und mein Kopf sich dabei in ihrer Reichweite befindet. Ein getestetes und für gut befundenes Mittel um sich meine Aufmerksamkeit zu sichern. Mein Mund ist da ein beliebtes Angriffsziel. Und wieder kann ich nachempfinden, wieso sie das tut, auch wenn ich mit der Wahl ihrer Mittel ganz und gar nicht einverstanden bin.
  • Spaß:
    Manchmal habe ich tatsächlich das Gefühl, dass Schmerzensschreie und auch -tränen Klein F. amüsieren. vor Freude hackt sie dann oft gleich nochmal auf mich ein. Damit habe ich das größte Problem. Ich weiß, dass ich von ihr in dem Alter keine große Empathie erwarten kann, aber wieso zur Hölle macht sie sich genau das zum Hobby???
  • Der einzige Lösungsansatz den ich bisher gefunden habe ist Distanz. Damit bin ich allerdings nicht glücklich und finde ihn nicht sehr praktikabel.
    Diese Situationen treten jeden Tag gehäuft auf. Klein F. befindet sich meistens in meiner unmittelbaren Nähe und ich möchte ihr diese auch nicht verwehren!
    Ich habe auch schon versucht, ihre Hand rechtzeitig abzufangen, festzuhalten und ihr so gut es geht zu erklären, dass ich das nicht möchte. Das funktioniert allerdings nur dann gut, wenn ich weiß, dass sie sich gleich ärgern wird.
    Ansonsten ist sie verdammt schnell, beweglich, stark und ihre Fingernägel sind immer zu lang! Hilfe!!!

    Träume

    Vor kurzem wurde auf Twitter nach Träumen gefragt. Meine Antwort war etwa: Ich sehe im Moment für die meisten meiner Träume keinen Weg, sie zu erfüllen.
    Das klingt jetzt erstmal furchtbar negativ, aber die Sache ist die: Ich kann auch mit unerfüllten Träumen ein glückliches und zufriedenes Leben haben, wenn ich mich nicht obsessiv mit ausgerechnet diesen Träumen befasse.

    Ja, hin und wieder kommt Frust deswegen hoch. Wenn ich Einblicke ins Leben anderer Menschen bekomme, die sich einen oder mehrere meiner Träume erfüllt haben. In diesen Momenten muss ich mich bewusst daran erinnern, dass mein Leben doch schön ist und es mir gut geht.

    Ich habe ein gutes Leben. Ich habe den Luxus, viel Zeit mit meinem Kind verbringen zu können. 3 Jahre und mehr, wenn ich das möchte. Ich kann nebenbei ein wenig studieren und arbeiten. Ich bin jung genug um noch so unendlich viel in meinem Leben machen zu können. Wir haben eine schöne Wohnung und genug Geld um relativ sorglos zu leben.
    Was macht es da, wenn ich mir weder Traumkleider noch Traumreisen oder ein Traumhaus mit Traumeinrichtung leisten kann? Wenn ich vermutlich niemals wieder so wenig wiegen werde wir vor etlichen Jahren? Was bringt es von Karriere zu träumen, wenn ich doch im Grunde viel zu wenig Ehrgeiz für eine solche besitze?
    Eben. Es ist gut so, wie es jetzt ist.

    Bai! und Milch

    Bai bedeutet Ball in Klein F.-Sprech. Oder hat es mal bedeutet. Inzwischen ist alles Bai was auch nur annähernd rund ist. Das Ziffernblatt der Uhr, der Kopf eines Tieres, Seifenblasen, usw.

    Eines der wenigen Babyzeichen, die Klein F. gelernt hat, war das für Milch. Erst hat sie es einfach irgendwie verwendet, später wann immer sie Hunger oder Durst hatte. Inzwischen hat sie verstanden, dass wir auf das Zeichen immer reagieren. Aus „Milch! Hunger! Durst!“ wurde „Hallo! Aufmerksamkeit!“.
    Was bleibt, ist das schlechte Gewissen bei uns, wenn wir nicht sofort reagieren. Immerhin könnte Klein F. ja wirklich Hunger oder Durst haben. Auch wenn das letzte Fläschchen erst 5 Minuten her ist, ja?
    Klein F. hat also uns konditioniert. Herrlich :)

    Overflow

    Dieses Kind, mein kleines Mädchen, überrascht mich jeden Tag!
    Sie kann so viel, versteht so viel, macht jeden Tag 100 neue Sachen die ihr niemand vorgezeigt hat und bringt mich zum lachen.
    Immer wieder staune ich, wie sie mit anderen Kindern agiert. Wenn sie ein älteres Kind dreimal umwirft, geht sie trotzdem ein viertes Mal hin, schaut neugierig seinem Tun zu, greift hin, lacht, plappert.
    Sie kommuniziert, fast gänzlich ohne Worte und „richtige“ Zeichen, und zeigt, auch für Fremde offensichtlich, was sie will und was nicht.
    Am liebsten wäre es ihr wohl, wenn sie schon alles selber machen könnte. Alles was man mit ihr tun muss (z.B. Nägel schneiden, wickeln, waschen) findet sie blöd und das zeigt sie auch deutlich. Und wie! Babywut, wie wir es verniedlichend nennen, wird dem eigentlich nicht gerecht. Dieses kleine Mädchen hat jetzt schon Wutanfälle vom feinsten.
    Sie ist unerschrocken und mutig, nicht nur im Umgang mit anderen Kindern. Traut sich mittlerweile weit weit von uns weg und schaut kaum mal zurück. Klettert, wenn sie eine Gelegenheit sieht. Da bleibt nur uns das Herz fast stehen.

    Klein F. ist in unseren Augen das coolste, schlaueste, lustigste und natürlich hübscheste Kind.
    Liebeliebeliebe und Elternstolz im Überfluß!

    Selige Unwissenheit

    Mein Klebebaby hörte im September plötzlich auf so stark zu fremdeln und gleichzeitig hing es auch weniger an mir. Ich war so erleichtert – Erholung für meinen Arm.

    Seit etwas mehr als einer Woche ist Klein F. jetzt wieder etwas anhänglicher und seit Mittwoch das altbekannte Extremklebebaby, das am liebsten 24h auf mir verbringen würde. Im Moment schläft sie auf mir, zwei Versuche sie abzulegen sind gescheitert. An manchen Tagen nervt es mich sehr, an anderen ist es ok.

    Jetzt denke ich mir: Zum Glück habe ich vor ein paar Monaten noch nicht gewusst, dass es hier mit einem einjährigen Mädchen noch immer oft so sein würde. Immerhin ist es ja an vielen anstrengenden Tagen die Überzeugung, dass es bald besser wird, die mich davor bewahrt hat zu verzweifeln.
    Also ganz bald ist alles einfacher, und Klein F. will nur noch herumlaufen und höchstens ausnahmsweise mal auf den Arm. Ja? (Ich will nix gegenteiliges hören!)

    SpielRaum

    Mittlerweile sind Klein F. und ich schon in SpielRaumwoche drei angelangt und ich merke, wie meine Begeisterung kleiner wird.

    Beim allerersten Mal durfte der Mann mitkommen und Klein F. fühlte sich vielleicht durch die doppelte Rückendeckung sicherer. Jedenfalls nahm sie sofort den ganzen (großen) Raum ein und schaute kaum zurück.
    Der ElternRaum am Abend war interessant und intensiv.

    Woche zwei war auch ok. Aber dass Klein F. nicht so gut drauf war habe ich deutlich gemerkt. Sie kam viel öfter zu mir und verbrachte Zeit auf meinem Schoß. Natürlich darf sie das und es lag einfach an ihrer Allgemeinverfassung und nicht am SpielRaum.

    Heute war der dritte SpielRaum- und der zweite ElternRaumtermin. Es ist noch eine Mutter mit ihrem Kind eingestiegen, was ich prinzipiell ok finde, aber sie ist mir etwas unsympathisch und ich finde es hat vor allem die Atmosphäre im ElternRaum sehr stark verändert. Die Gruppe fühlte sich auch viel größer an. Wie beim letzten Termin schon war das Zeitmanagement nicht so toll, aber vor allem die Qualität der Gespräche hat mich enttäuscht. Ich kann gar nicht genau in Worte fassen, woran das lag.
    Auch im SpielRaum selbst gab es heute ein paar Situationen, die ich nicht so toll fand, was aber möglicherweise daran liegt, dass ich etwas am Konzept missverstehe. Ich werde die SpielRaumleiterin dazu nächste Woche noch fragen.

    Das alles liest sich jetzt vielleicht negativer als es ist, denn für mich ist der SpielRaum trotzdem eine interessante Erfahrung und ich habe das Gefühl, dass auch Klein F. dort Spaß hat!

    Trennungsschmerz

    Klein F. findet es im Moment ganz schrecklich, wenn jemand von ihr weg geht.

    Das kann morgens sein, wenn wir aufwachen, und der Mann aufs WC geht. Dann muss Klein F. ihrem Schmerz lautstark Ausdruck verleihen. Wenn der Mann dann kommt, um Klein F. zum Wickeln abzuholen, ist alles gut, denn dann ist ja sie diejenige, die sich fortbewegt.
    Es kann irgendwann untertags sein, wenn einer von uns den Raum oder die Wohnung verlässt.
    Es kann sogar sein, wenn Klein F.s Omama am Abend zu Besuch war und dann nach Hause fährt.

    Dieser Trennungsschmerz, wie wir ihn manchmal ernst und manchmal scherzhaft nennen, ist also nicht nur auf uns beschränkt. Früher war es auch ok, wenn einer von uns gegangen ist, solange der andere noch da war. Zur Zeit wäre es ihr wohl am liebsten, wenn wir immer immer immer, vom Aufwachen bis zum Schlafengehen und die ganze Nacht, zu dritt wären. Uns ja auch!

    Familienbett mal wieder

    Unser kleines Mädchen schläft seit einiger Zeit wieder etwas früher ein. Vermutlich hat das auch mit den kürzeren Tagen zu tun. Das hinderte Klein F. aber nicht daran, jeden Abend mehrere Male aufzuwachen. Richtig erholsam ist der Feierabend so ja nicht. Oft hat sie dann einen Großteil der Nacht bei uns im Bett verbracht, weil wir irgendwann keine Lust mehr hatten immer wieder zu ihr zu laufen.

    Mittlerweile ist es so, dass Klein F. ab etwa 22:00-23:00 Uhr überhaupt nicht mehr alleine schlafen kann. Sie wacht auf, einer von uns gut zu ihr, nimmt sie auf den Arm und hilft ihr wieder einzuschlafen. Wieder in ihrem Bett schläft sie zwar manchmal kurz ein, ist aber nach wenigen Minuten wieder wach. Oft macht sie sofort die Augen wieder auf und weint.
    Dabei scheint es keinen Unterschied zu machen ob man sie 5 oder 30 Minuten am Arm hatte. Klein F. schläft für unser Empfinden tief und fest, wenn wir sie wieder zurück in ihr Bettchen legen.

    So gehen wir jetzt eben früher ins Bett. Manchmal legen wir uns alle drei ins große Bett, manchmal nur der Mann oder ich mit unserem kleinen Mädchen, währen der andere noch liest oder fernsieht. Es gibt Schlimmeres, aber mehr Feierabend war auch schön.

    Gestern vor einem Jahr, Donnerstag 06.10.2011

    Trotz deutlich spürbarer Wehen ging ich spät abends ins Bett und bin sicher zwischen den immer stärkeren und häufigeren Wehen auch mal kurz eingeschlafen. Als ich um etwa 04:00 Uhr nach viel Herumgewälze dann aufgab und aufstand um zumindest dem Mann noch ein paar ruhige Stunden zu gönnen, hatte ich trotzdem das Gefühl überhaupt nicht geschlafen zu haben.

    Inzwischen fand ich die Wehen schon schmerzhaft und war mich sicher, dass Klein F. jetzt wirklich schon auf dem Weg war. Zwischen den Wehen packte ich also noch die letzten Dinge (Haarbürste, Hausschuhe, …) in die Kliniktasche.
    Am Besten fand ich es, während der Wehen zu stehen und mich an der Kommode abzustützen oder mich im Stehen ein wenig nach hinten zu lehnen und das Becken kreisen zu lassen. Außerdem waren diese Wehen sehr anregend für meine Blase. Kein Wunder also, dass ich gerade am Klo saß, als plötzlich die Fruchtblase platze. Und dann natürlich die Frage: War das jetzt überhaupt die Fruchtblase??? Mit jeder Wehe kam ein kleiner Schwall Fruchtwasser, das war dann doch recht eindeutig.

    Der Mann trödelte zum Glück nicht lange herum und ein paar Minuten später, um kurz vor 06:00 Uhr früh, waren wir schon auf dem Weg ins Krankenhaus.
    Wie man das von Erzählungen so kennt, wurden die vorher ziemlich regelmäßigen Wehen (~35 Sekunden alle 6 Minuten) im Auto deutlich schwächer und seltener. Ich empfand die Autofahrt zum Glück nicht als sehr unangenehm – unter anderen Umständen wären wir auch erst zu einem späteren Zeitpunkt ins Krankenhaus gefahren und da wäre es dann vielleicht anders gewesen – Glück gehabt!

    Im Krankenhaus rief der Mann dem Portier nur irgendwas mit „Blasensprung“ zu und wir liefen ohne Anmeldung direkt zum Kreissaal. Dort wurde uns gleich „unser“ Kreissaal gezeigt und auch mein Bett in einem Zimmer mit zwei frischen Müttern. Nachdem mein Gewand fruchtwassergetränkt war, bekam ich ein schickes Krankenhausnachthemd.

    Ich war überrascht, dass ein Blasensprung wohl doch nicht so kritisch ist (von wegen Nabelschnurblabla, nur liegend transportieren, etc.), denn alles lief komplett ruhig ab. Das CTG sah gut aus, nur der Muttermund war noch fest verschloßen – eigentlich sogar noch Gebärmutterhals mit 2cm! Nicht gerade das, was man hören möchte, wenn man schon mehr als eine Nacht wegen Wehen nicht schlafen konnte…

    Ich bekam erstmal Frühstück, aber die Wehen waren wieder stärker und raubten mir den Appetit. Wir bekamen den Auftrag nur zwei Dinge zu tun: Ausruhen und spazieren gehen. Das Ausruhen war kein Problem. Im extrabreiten superbequemen Kreissaalbett (ernsthaft: die Kreissaalausstattung erinnerte mich an ein Wellnesshotel!) hatte der Mann auch leicht Platz und schlief sofort ein. Ich schaffte es auch, zwischen den Wehen immer wieder kurz wegzudösen, übermüdet wie ich war.
    Das Spazierengehen fand ich furchtbarlangweilig – gehen ohne Ziel mag ich nicht! Der kleine Krankenhausgarten war zwar nett, aber eben klein. Ich konnte während der Wehen noch gut weitergehen und nach der gefühlt 1000. Minirunde wollte ich diese Bäume und Bänke nicht mehr sehen. Immerhin war das Wetter gut – der letzte schöne Tag des Jahres, am nächsten Tag gab es Schneeregen. Gehen im Krankenhaus war fast noch schlimmer, da wurden wir von allen Seiten angeglotzt bzw bei der dritten Runde von den wartenden Patienten wie alte Bekannte angesprochen. Dann doch lieber die Ruhe im Kreissaal.

    Eine Weile fand ich es angenehm, mich während der Wehen an einem Seil festzuhalten und mich dabei nach hinten zu lehnen oder mich sitzend nach hinten auf meine Arme zu stützen. Auf die Idee mich währenddessen nach vorne zu beugen, bin ich seltsamerweise nicht gekommen.
    Schon am Vormittag fand ich die Wehen so stark, dass ich begann die Atemtechnik zu benutzen, die ich im Geburtsvorbereitungskurs gelernt hatte. Die Hebamme, die ich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr mochte, meinte dazu, ich solle doch lieber meine Kraft sparen und ganz normal weiteratmen. Und überhaupt seien das ja noch gar keine echten Wehen, weil nicht muttermundwirksam, bla bla bla. Ja, genau was man in so einem Moment eben hören möchte.

    Beim Mittagessen schaffte ich wieder nur ein paar Bissen, der Mann freute sich über den Rest.
    Am frühen Nachmittag dann endlich: Muttermund bei 2-3 cm. Keine Ahnung was wir eigentlich den ganzen Tag gemacht haben, außer spazieren gehen und ausruhen. Fast alle Dinge, die wir in die Kliniktasche gepackt hatten, blieben unbenutzt: Bücher, Getränke, Müsliriegel. Nur die CDs liefen ohne Pause – FM4s Sunny Side Up 1-4 :) (Die CDs liegen vermutlich immer noch in diesem Kreissaal).

    Gegen 18:00 Uhr dann nach einer erneuten Untersuchung (Muttermund bei 4-5 cm) die Nachricht, dass jetzt langsam mal was weitergehen sollte. Klein F. war noch immer nicht wirklich startbereit, die Untersuchung sah aber danach aus, als wäre es für sie besser doch bald mal herauszukommen. Also wurden wir noch eine Runde in den Garten geschickt. Diesmal war mir aber schon viel mehr danach, mich in einer kleinen Höhle zusammenzurollen als nach Spazierengehen unter freiem Himmel.

    Später, ich war wohl schon nicht mehr ganz bei mir, musste der Mann mir wiederholen, was die Ärztin gesagt hatte: Wehentropf oder Kaiserschnitt! Die Entscheidung war für uns klar, also hieß es erstmal ausziehen aus dem gemütlichen Kreissaal und rein in den klassischen, um dort an den Wehentropf gehängt zu werden.
    Hui! Das waren mal Wehen! Immer schneller, immer stärker, dann ohne erkennbare Pause und irgendwann war da nur noch Schmerz. Zu diesem Zeitpunkt habe ich keinen Gedanken mehr an Klein F. verschwendet, es ging nur noch um mein Leben. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals so schreien würde, so die Kontrolle verlieren. Die Erinnerung: „Ruhig atmen!“ der Hebamme, kam kaum bei mir an. Irgendwann dann: „Bitte! Ich kann nicht mehr!“.

    Worum ich da eigentlich gebeten habe, wusste ich wohl selbst nicht. Der Mann anscheinend schon, der ganz verzweifelt der Ärztin sagte, sie sollen mir jetzt endlich mal eine PDA legen!
    22:00 Uhr. Was für eine Erleichterung, diese PDA. Erst ganz leicht, die Wehen wurden erträglicher, dann wirkte sie schnell stärker. Ich konnte die Wehen noch spüren und aufstehen, aber plötzlich war das alles ein Kinderspiel. Nachdem der Muttermund immer noch nicht vollständig eröffnet war, wurde der Wehentropf nochmal ordentlich aufgedreht.
    Langsam konnte ich von den Wehen kaum noch etwas spüren, nur noch ein ein wenig Druck nach unten. Endlich war es Zeit zu pressen! Die Presswehen bemerkte ich kaum und presste fast nur auf Kommando. Die nette Ärztin half von oben mit Druck auf meinen Bauch mit. Der Mann meinte später, das habe brutal ausgesehen, aber ich empfand das gar nicht so.

    Dann, um kurz vor Mitternacht, war unser kleines Mädchen endlich da! Bevor ich sie bekam, wurde sie noch kurz untersucht, zum Glück ging es ihr aber gut!
    Als ich Klein F. auf die Brust gelegt bekam, war ich erstaunt wie klein und hübsch sie ist. Aber sie war für mich eine kleine Fremde. Ja, ich war überglücklich und gleichzeitig fühlte sich alles so anders an, als ich es mir vorgestellt hatte. Sie trank auch gleich ein paar Schlucke und schlief dann bald ein.
    Der Mann und ich konnten nur noch grinsen. Wir teilten uns das lauwarme Piccolöchen aus meiner Kliniktasche und verschickten dann freudige Sms an Freunde und Verwandte.

    Klein F. gewickelt und angezogen und wir zogen in unser Zimmer um. Die Betten dort sind so toll, richtig schön breit und mit Babyrausfallschutz auf einer Seite.
    Der Mann fuhr nach Hause, komplett durch den Wind. Den hatte das Hormonheuli schon in dieser Nacht erwischt.
    Ich kuschelte mich zu Klein F. ins Bett und konnte, trotz totaler Übermüdung, meinen Blick nicht von ihr abwenden und musste ihr ungefähr die halbe Nacht beim Schlafen zusehen. Meine kleine Fremde, mein wunderhübsches kleines Mädchen – es war so unglaublich!

    Heute vor einem Jahr, Mittwoch 05.10.2011

    Heute vor einem Jahr wachte ich wieder mitten in der Nacht von Wehen auf. Es war etwa 02:00 Uhr und das Entspannungsbad am Abend zuvor hatte mit zumindest zwei Stunden Schlaf beschert.
    Ich ging nochmal in die Wanne, aber diesmal wurden die Wehen davon nicht schwächer. Wie am Tag zuvor verschwanden sie in der Früh größtenteils. Über den Tag verteilt hatte ich dann immer wieder leichte Wehen, etwa 1-4x pro Stunde.
    Am Vormittag hatten wir einen Termin im Krankenhaus, um zu sehen ob Klein F. in meinem Bauch noch alles hat, was sie so braucht.
    Beim CTG wurden die zwei Wehen, die ich währenddessen hatte, kaum registriert. Aber ich wusste ja, dass diese Werte bzw. die aufgezeichnete Stärke nicht immer sehr aussagekräftig sind.
    Dann wurde noch ein Ultraschall gemacht. Die nette junge Ärztin war überrascht über die Haltung in der es sich Klein F. in meinem Bauch gemütlich gemacht hatte. Über ihre Frage: „Und es sind sicher keine Zwillinge?“, konnten wir erstmal gar nicht lachen. Zum Glück konnte eine gründliche Ultraschalluntersuchung von allen Seiten diese Zweifel aus dem Weg räumen!
    Klein F. lag mit ihrem Kopf quasi etwas verdreht zur optimalen Startposition. Deshalb meinte die Ärztin, unser kleines Mädchen würde sich vermutlich noch etwas Zeit lassen. Da noch reichlich Fruchtwasser vorhanden war, sie gut versorgt war und es mir auch gut ging, hatten wir damit kein Problem.
    Zu Mittag gingen wir essen und wieder hatte ich währenddessen ein paar Wehen, die mich zwar kurz innehalten ließen, aber nicht sehr schmerzhaft waren.
    Am Nachmittag schaffte ich es mich zumindest mal für 1-2 Stunden auszuruhen und kurz zu schlafen.
    Wie auch an den letzten beiden Abenden legte ich mich spät in die Badewanne in der Hoffnung, dass die wieder stärker werdenden Wehen sich davon vertreiben lassen würden. Diesmal blieben sie allerdings unverändert stark. Ich ging trotzdem ins Bett und versuchte zu schlafen.

    Heute vor einem Jahr, Dienstag 04.10.2011

    Heute vor einem Jahr war der errechnete Geburtstermin von Klein F.
    Ich wachte gegen 04:00 Uhr morgens mit Bauchschmerzen auf. Immer wieder hatte ich krampfartige Schmerzen, die zwar nicht sehr schlimm waren, aber doch schlimm genug um mir den Schlaf zu rauben.
    Natürlich dachte ich erstmal an Wehen, aber als die Schmerzen in der Früh dann aufhörten, war ich überzeugt davon, dass es doch nur Blähungen waren.
    Am Abend hatte ich dann wieder diese Schmerzen und war mir diesmal sicher, dass es Wehen sind. Beim Entspannen in der Badewanne wurden sie zum Glück viel leichter, so dass ich schlafen konnte.

    Nicht getwittert

    Von Sonntag bis Dienstag waren wir in der Babytherme und ich habe mir währenddessen ganz frech twitterfrei genommen. Damit hatte niemand gerechnet, nichtmal ich! Aber wie das halt so ist, formuliert man manche Dinge in Gedanken schon in Tweets und lässt es dann doch bleiben. Woran ich mich noch erinnere – eine kurze Urlaubszusammenfassung sozusagen:

    Nächstes Mal fahren wir wieder ins andere Hotel.

    Klein F. liebt warmes Wasser! Nur mit dem Krabbeln klappt es da drin halt nicht so toll.

    Ein Schritt ins Babydampfbad und Klein F. schreit uns ihre Meinung dazu entgegen. Gut, wissen wir das jetzt also auch.

    Wenn man überall etwas auszusetzen findet, wäre man sicher eine gute Hoteltesterin, ja?

    Im Urlaub dürfen Babies alles kosten, egal wie ungesund, haben der Mann und ich soeben entschieden.

    Wenn die auf den Schwimmreifen nicht draufgeschrieben hätten, dass man ihn nicht innerhalb der Stehtiefe des Kindes verwenden soll, wären wir nie auf diese Idee gekommen.
    Danke Bema! Klein F. liebt ihr Wasserlaufwagerl. (Im Urlaub ist alles erlaubt!)

    Ohne Handy in der Tasche greife ich gleich zum Buch und bin ruckzuck durch. „Der Hundertjährige …“ ist die perfekte Urlaubslektüre!

    Wenn man mit Lift hinauf zu den coolen Rutschen kommt macht es gleich doppelt Spaß. #nosportjustfun

    So ein Kind ist wirklich ein Quell der Freude! :)

    Beim letzten Rutschen draufkommen, dass da eine Ampel hängt. Ups! Dabei bin ich sonst so eine Regelbefolgerin.

    Schön wars! Wir planen schon den nächsten Aufenthalt. Diesmal wieder im „richtigen“ Hotel :)

    Heute vor einem Jahr, Montag 03.10.2011

    Heute vor einem Jahr waren wir zur geburtsvorbereitenden Akupunktur im Krankenhaus. Ich dachte nicht, dass das mein letzter Akupunkturtermin werden würde und dachte ich würde sicher einige Tage über Termin gehen. Immerhin hatte ich bis dahin noch nichts bemerkt, was auf eine kurz bevorstehende Geburt hindeuten würde.
    Danach haben wir ein paar schöne Stunden am Wiesenmarkt verbracht, gut gegessen und uns ein bisschen Ramsch andrehen lassen. Wie man das halt so macht, gell?

    Gestern vor einem Jahr, Sonntag 02.10.2011

    Es kommt mir fast vor wie in einem anderen Leben. Gestern vor einem Jahr war ein Sonntag und wir waren noch zu zweit. Es war ein wunderschöner Tag, das Strandbad am See war voll und wir sind mit dem Tretboot eine Runde über den See gefahren.
    Diese letzten Tage zu zweit haben wir es uns richtig schön gemacht. Wir ahnten ja, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis unser kleines Mädchen unsere Welt auf den Kopf stellen würde.
    Wir gingen essen, sahen uns Filme an und nahmen uns viel Zeit füreinander. Fast wie die zweiten Flitterwochen!

    Happydance

    Klein F. tanzt. Woher sie das hat? Keine Ahnung!
    Besonders gerne tanzt sie zu Musik, aber es geht auch in vollkommener Stille. Erst war ich mir nicht sicher, ob ihr Gewackel tanzen ist, aber inzwischen denke ich – ja!

    Einmal als wir spazieren waren, ist ein Auto mit lauter Musik an uns vorbeigefahren. Klein F. hat sofort ihr kleines Sitztänzchen gemacht.
    Ganz allgemein tanzt sie, wenn sie gute Laune hat – Happydance eben! Und sie freut sich, so sehr, wenn wir diesen Spaß mitmachen und auch mitwackeln wenn sie tanzt.

    Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie süß das aussieht! Ich könnte sie jedes Mal von oben bis unten abknutschen!

    Schlafrhythmus

    Sowas wie ein Durchbruch ist uns in den letzten Wochen gelungen. Klein F. schläft tagsüber meistens nur noch ein Mal und geht dafür früher ins Bett. Wenn sie Abends nochmal wach wird (oder auch 5x), lässt sie sich meistens mit ein wenig Geduld wieder zum Schlafen überreden. So haben wir eine Art Feierabend. Richtig entspannend wäre es dann, wenn ich nicht wie auf Nadeln säße und immer wieder zu ihr laufen müsste, wenn sie nochmal aufwacht ;)

    Wenn Klein F. früher ins Bett geht schläft sie aber auch weniger tief und wacht nachts deutlich öfter auf. Ein paar Mal hatte sie nachts auch wieder Hunger oder war mitten in der Nacht eine ganze Stunde lang wach und wollten nicht mehr weiter schlafen.

    Bisher war es lange so, dass sie mit uns ins Bett gegangen und aufgestanden ist. So hatten wir keinen Feierabend, aber die Nächte waren ruhiger.

    Ich bin mir gar nicht sicher, was davon ich besser finde.

    Am allerbesten ist es, wenn sie tagsüber ein- oder zwei Mal ausgiebig schläft. Dann hat sie deutlich bessere Laune, und ich auch! Nur schade, dass das die Ausnahme ist.

    Frage

    Ich bin eine miserable Gesprächspartnerin geworden! Das ist mir heute wieder aufgefallen, als ich mich mit einer kinderlosen Freundin getroffen habe.

    Worüber haben wir eigentlich früher immer geredet? Ich weiß es schon fast nicht mehr. Unser Gespräch dreht sich fast zwangsläufig um Kinder und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie die meisten Fragen zu Klein F. aus Höflichkeit stellt.

    Vor mir selbst entschuldige ich meine diesbezügliche momentane Inkompetenz damit, dass mein Leben zur Zeit einfach zum allergrößten Teil, ja fast ausschließlich, aus meinem kleinen Mädchen besteht. Sogar in den Momenten, in denen ich mich nicht um sie kümmere denke ich an sie. Abends, wenn sie schläft, sehe ich mir manchmal Fotos und Videos von ihr an und gerate immer wieder in Verzückung darüber, was für ein perfekter kleiner Mensch sie ist.

    Wie soll ich unter diesen Umständen ein normales Erwachsenengespräch führen? Ich habe das Gefühl, ich habe über kein anderes Thema etwas zu sagen… Wie macht ihr das denn?

    Bettgeschichten

    „Wir sind so gemein! Klein F. muss ganz alleine in ihrem Bett schlafen und ist sicher ganz traurig und wir machen es uns im großen Bett gemütlich und kuscheln dort.“, der Mann, in traurigem Tonfall.

    Ein bisschen recht hat er ja, wir wollen ja auch nicht alleine schlafen. Und prinzipiell dürfte unser kleines Mädchen auch bei uns im Bett schlafen, Platz genug dafür haben wir. Wenn sie nur nicht so viel strampeln, sogar im Schlaf an meinen Haaren reissen, sich drehen und ins Gesicht treten würde.

    So schläft sie eben immer nur ab 04:00 Uhr oder 05:00 Uhr früh bei uns, wenn sie in ihrem Bett zu unruhig wird und wir keine Lust mehr haben, immer wieder aufzustehen.

    Stehaufmädchen

    Es hat sich schon seit einigen Wochen angekündigt. Klein F. ließ immer wieder mal kurz das Möbel los, an dem sie sich festhielt und stand für einen kurzen Moment, bevor sie sich wieder anhielt oder relativ sanft auf den dicken Windelpopo setzte.
    Jeden Tag stand sie ein bisschen länger. Anfangs immer unbewusst, seit einigen Tagen auch absichtlich.
    Aber ich würde sagen, so richtig kann Klein F. seit heute stehen. Heute hat sie damit angefangen sich hinzustellen, ohne sich vorher an einem Möbel hochzuziehen. Sie stellt sich erst auf Hände und Füße und dann richtet sie sich über die Hocke auf. Das ist so toll!

    Füttern

    Wann habe ich eigentlich damit angefangen die Dinge zu essen, die mein Baby wieder ausgespuckt hat?
    Klein F. hat das anscheinend auch schon bemerkt. Sie füttert mich mit Heidelbeeren, aber nicht so wie man das üblicherweise tut. Jede Beere nimmt einen kleinen Umweg über ihren Mund, wo Klein F. ein Mal draufbeisst, sie wieder herausholt und in meinen Mund steckt.
    Herzallerliebst, mein Kind. Vielen Dank!

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    Versuch

    Ich übe gerade Wegsehen und Weghören. Die Nacht war viel zu kurz und ich habe keine Lust darauf, dass Klein F. die ganze Zeit an mir klebt.
    Sie kommt immer wieder angekrabbelt, zupft an mir, quengelt ein bisschen und krabbelt dann wieder weg. Solange sie nur ein bisschen unzufrieden ist, versuche ich es weiter so.
    Ich ignoriere sie nicht. Wenn sie zu mir kommt, kuschel ich kurz mit ihr und lese dann weiter. Mal sehen wie lange sie das akzeptiert.

    Gut

    Die Zeit vergeht nicht unglaublich zäh, während Klein F. auf mir klebt und ich nichts tun kann. Wir kommen raus, haben ein Ziel, drehen nicht nur sinnlos unsere Runde. Klein F. schläft gut und lange, isst und trinkt zumindest soviel, dass ich mir keine Sorgen machen muss.
    Ein guter Tag, morgen bitte wieder so!

    Was der Mann am Telefon erzählt

    „Das gibt’s ja nicht, dass sie so ein anstrengendes Baby ist. Sind alle Babies so?“

    „Jetzt weiss ich auch, wieso du so oft einkaufen gehst. Spazieren gehen ohne Ziel ist langweilig.“

    „Wäre ich immer mit Klein F. zu Hause, würde ich 10kg im Monat zunehmen. Sie lässt mich nichts machen, also jausnen wir fast die ganze Zeit.“

    „Gestern war ich mit Klein F. im Kinderwagerl laufen. Mache ich nie wieder! Ich bin nach Hause gekommen, total verschwitzt, und konnte nichtmal duschen!!!“

    Wenn ihr euch von euren Männern unverstanden fühlt, lasst sie doch einfach mal mit Kind(ern) alleine zu Hause!

    Tag 1

    Heute viel herumgelaufen, eine große Erkundungsrunde durch die Gegend hier und ewigweit am Hafen und Strand entlang. Wie sich herausgestellt hat, wohne ich mitten in einer Touristgegend und es ist nicht weit zum Meer.

    Den ganzen Strand bin ich entlanggelaufen, und noch viel viel weiter.

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    Viertes Stockwerk. Uff! Mit Koffer war das eine Qual!

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    Und jetzt Abendessen und vielleicht ein Cocktail oder ein bisschen Wein!

    Updates. Stündlich.

    Um 15:00 Uhr saß ich also im Bus nach Wien. Seither hat der Mann drei mal angerufen, um mich auf dem Laufenden zu halten.

    Alles ist gut, Klein F. zeigt keine Anzeichen von Mamivermissung. Er fuhr dann mit ihr zu seiner Mutter, die beim gemeinsamen Stadtspaziergang Gewand für das arme Kind kaufen musste, weil er Klein F. nichts über den Body angezogen hatte. Warm genug war es vermutlich – aber wie sieht denn das aus? ;)

    Ob das jetzt so weiter geht?

    Urlaub

    Mein Urlaub beginnt heute um 15:00 Uhr mit einer Busfahrt nach Wien. Morgen früh sitze ich dann im Flugzeug nach Barcelona.
    An dieser Stelle geht mein Dank an meine großartige Twittertimeline für die Hilfe bei der Entscheidungsfindung!

    Barcelona ist eines von den vielen vielen Reisezielen, die ich als Möglichkeit in meinem Hinterkopf abgelegt hatte, aber ich dachte nicht, dass ich mal ohne Mann/Familie dorthin reisen würde. In Frankreich war ich schon öfters, nach Großbritannien und Italien möchten wir unbedingt mal gemeinsam fahren und im Norden ist es mir für einen Sommererholungsurlaub nicht warm genug. Barcelona bietet das richtige Wetter, eine interessante Stadt und Strand – perfekt!

    Ich werde eine ganze Woche dort bleiben. Erst nach dem Buchen bin ich auf die Idee gekommen, dass das vielleicht auch mir zu lang sein könnte. Babyvermissen und so…

    Geplant ist erstmal nicht viel. Irgendwas mit Kultur wird sicher auch dabei sein und sonst sehe ich mich ziellos herumlaufen, lesend in Straßencafės, lesend am Strand und vielleicht kaufe ich auch etwas Schönes!

    Ich freue mich darauf nichts zu müssen aber alles zu dürfen, lang zu schlafen, auch mal geistig abwesend zu sein, nicht den ganzen Tag zu reden und zu singen und einfach in den Tag hineinzuleben.

    Über Tipps zu Sehens- und Erlebenswertem in Barcelona würde ich mich freuen, falls mir doch fad werden sollte ;)

    12 von 12

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    Klein F. freut sich über Frühstücksei, Tomate und Brot.

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    Flucht vor dem Staubsauger.

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    Wäsche machen. Muss auch sonntags manchmal sein.

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    Endlich haben wir ein Zuhause für die Millionen Matchboxautos, die Klein F. von ihren Onkels und Tanten geerbt hat.

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    Klein F. im Fahrradanhänger, heute sehr entspannt. Bisher war sie davon nicht sehr begeistert und fing bald an zu brüllen.

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    Mein erstes Frozen Yogurt mit Mangostücken und Maracujapoppies, sehr sehr lecker!

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    Auf der Wippe. Klein F. hat auf dem Arm vom Mann keine Angst.

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    Alleine ist soviel Gewackel dann doch unheimlich – schnell wieder zurück auf Papis Arm!

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    Natur schmeckt!

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    Als es kühl wird machen wir uns auf den Weg nach Hause.

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    Schnell noch in die Wanne.

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    Klein F. ist im Bett. Der Mann und ich lassen uns aufs Sofa fallen und sehen uns „Kill the Boss“ an. Sehr lustiger Film!

    Mehr 12 von 12 findet ihr hier!

    Morgenblick

    Der Mann putzt neuerdings, wenn er zu Hause ist, jeden Abend die Küche. Sowas tun wir sonst nicht, faules Studentenpack eben.
    Auf meine Frage nach seiner Motivation antwortet er: „Wenn ich in der Früh in die Küche komme, will ich dass sie schön sauber ist, du nicht?“, ich: „Wenn ich in der Früh in die Küche komme will ich Kaffee!“.

    Spielzeug

    Es muss wohl so sein, dass ein Baby irgendein Klumpat zum Spielen viel lieber hat, als alles was die Eltern mit viel Liebe ausgesucht haben, ja?

    Nicht beachtet werden: Ringepyramide, Stoffbausteine, diverse Spieluhren und Stofftiere, diverse Beißringe, …

    Superduperbeliebt: Plastikflaschen, Kochbesteck, Plastikkleiderbügel, Stofffetzen, Fernbedienungen, Handys, Schlüssel, Bücher, Papier, …

    Unterschiede

    Es ist so spannend wie Babies sich entwickeln. Besonders gut kann man das sehen, wenn man die gleichen Kinder über einen gewissen Zeitraum beobachtet. In wenigen Wochen gibt es unglaubliche Fortschritte!

    Klein F. und ich haben über mehrere Wochen einen Babyzeichensprachekurs besucht. Sie war dort das zweitjüngste Baby und deshalb anfangs auch noch weniger mobil als die meisten der älteren Babies. Bei jedem einzelnen von ihnen konnte man sehen, wie sie von Woche zu Woche irgendetwas dazugelernt haben. Für mich war das ein bisschen wie ein Blick in Klein F.s Zukunft. Gegen Ende hin wurden die Unterschiede aber meiner Meinung nach kleiner. Wo am Anfang nichtmal die Hälfte der Babies krabbeln konnten, konnten es am Schluß alle. Auch Sitzen und Essen lernten die meisten in diesem Zeitraum.

    Ähnlich spannend finde ich es zu sehen, wie sich die Cousins von Klein F. entwickeln. L. ist zwei Monate und G. fünf Monate älter. Als Klein F. geboren wurde, war der Unterschied natürlich riesig. Wenn man die Babies nebeneinander sah, konnte man kaum glauben, dass die beiden Cousins ja eigentlich auch noch klitzeklein waren – im Vergleich zu F. sahen sie einfach groß und um vieles älter aus.
    Bis in den Frühling waren auch die motorischen Unterschiede riesengroß. L. konnte schon ziemlich gut krabbeln und war ein neugieriger Entdecker, vor dem nichts sicher war. G. konnte sich zielstrebig durch den Raum rollen und robben. Klein F. konnte sich ein wenig rückwärts bewegen (ohne je ein gewünschtes Ziel zu erreichen) und war sichtbar ruhiger als ihre älteren Cousins.
    Bei einem Treffen der drei Babies letzte Woche empfand ich die Unterschiede als deutlich kleiner. Alle drei können krabbeln, alle drei können sich an Dingen hochziehen. Natürlich können es die beiden Jungs besser, schneller und sind allgemein geschickter in dem was sie tun. Auch durch ihre Körpergröße sehen L. und G. einfach älter aus. L. kommuniziert außerdem schon viel mehr als die beiden Kleineren. Und trotzdem sind die Unterschiede in den letzten Monaten aus meiner Sicht deutlich geschrumpft.

    Alterungsprozess

    Zum Thema „Kinder und Alter“ gibt es ja jede Menge dumme Sprüche. Da ist die Rede von vielen grauen Haaren oder auch mal davon, dass Kinder jung halten sollen.
    Mir ist das alles relativ egal, mal fühle ich mich älter, an anderen Tagen jünger als ich wirklich bin. Das hat sich seit Klein F.s Geburt nicht verändert.

    Wirklich schockiert war ich aber, als ich vor einigen Tagen Fotos von einer Geburtstagsfeier per Email bekam. Auf jedem Foto auf dem ich mit drauf bin habe ich, obwohl ich entspannt und fröhlich war, deutlich sichtbare Falten zwischen den Augenbrauen. Ja, diese gemeinen Falten, die man auch Zornesfalten nennt! Sehr unschön und vor einem Jahr waren die definitiv noch nicht da…

    Eine erwartete (und nicht unerwünschte) Veränderung ist nicht eingetroffen: Ich fühle mich nicht „erwachsener“. Man sagt ja auch, durch die große Verantwortung die Kinder so mit sich bringen, wird man quasi gezwungen erwachsen zu werden. Vielleicht fühlt sich erwachsen sein auch einfach nicht so an, wie ich es immer erwartet hatte.

    Baby an Geschirr und Leine

    Bitte nicht hauen, wenn ich euch das Geheimnis meiner, seit kurzem entspannteren, Klobesuche anvertraue.

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    In unserer Wohnung befinden sich Klotür und Kinderzimmertür praktischerweise direkt gegenüber und so kommt der böse böse Türhopser, den der Mann am Flohmarkt erstanden hat, doch noch zum Einsatz.
    Als Klein F. selbst sitzen konnte, durfte sie hinein – erstmal ein Stück höher als hier zu sehen, als reine Schaukel also. Seit sie aber sowieso selbstständig aufsteht und Möbel entlanggeht, habe ich auch den Türhopser auf Stehhöhe eingestellt.

    Klein F. liebt den Türhopser nicht, die Gefahr sie darin länger als 5 Minuten „aufzubewahren“ besteht also nicht. Aber so kann sie mich sehen und ist halbwegs zufrieden, ohne im Klo herumzukrabbeln (und die Klobürste anzuknabbern *schauder*).

    Nummer 3

    Heute habe ich Zähnchen Nr. 3 entdeckt, als Klein F. mal wieder meinen Finger als Beißring missbraucht hat. Noch freue ich mich über jeden neuen Zahn, auch wenn das das tägliche Zähneputzen in die Länge zieht, wovon sie alles andere als begeistert ist.

    Auch wenn wir bei den ersten beiden Zähnen, die gleichzeitig herauskamen, nichts bemerkt haben, könnte Nr. 3 der Grund für Klein F.s Schlafverhalten und extreme Anhänglichkeit der letzten Tage sein.
    Ich bin nichtmal auf die Idee gekommen, dass ein neuer Zahn der Grund sein könnte. Sie hatte augenscheinlich keine Schmerzen, hat nicht extrem an ihren Spielsachen herumgekaut und auch ihr Essverhalten kam mir nicht verändert vor. Trotzdem fühle ich mich jetzt etwas rabenmutterhaft und unsensibel.

    So oder so – ich hoffe mit dem Durchbruch von Nr. 3 wird hier alles wieder etwas ruhiger!

    Ausgleich

    „Fahr doch auf Urlaub“, sagt der Mann. „Haha, und wovon soll ich das bezahlen?“, frage ich. „Ich bezahle!“, schlägt er vor. Ich soll also Urlaub bekommen! Noch weiß ich nicht wohin und allzu teuer darf es natürlich auch nicht werden. Vermutlich werde ich einfach schauen, ob mir in nächster Zeit ein Last-Minute-Angebot ins Auge springt.

    „Wieso die Großzügigkeit?“, wird sich jetzt die eine oder andere Leserin vielleicht neidvoll fragen. Wie ihr wisst, ist der Mann ohnehin schon jede Woche drei ganze Tage 300km weit weg um zu arbeiten. Nun war er Anfang des Monats auch noch zwei Wochen auf einer Exkursion in Island, hat die nächsten zwei Tage gearbeitet, war dann 3,5 Tage zu Hause (von denen ich zwei krank war – also auch alles andere als eine schöne erholsame Zeit), dann zwei Tage unterwegs, zwei Tage zu Hause, im Moment wieder vier Tage unterwegs, im Anschluß einen(!) mageren Tag zu Hause und Ende nächster Woche wieder drei Tage unterwegs.
    Das macht im Juli ganze sechs Tage (und nur unwesentlich mehr Nächte), die der Mann mit uns verbracht hat!

    Abgesehen davon, dass es für ihn traurig ist, dass er Klein F. so selten sieht (und umgekehrt), ist es für mich auch anstrengend. Ich fühle mich teilweise ausgebrannt und irgendwie ist keine Erholung in Sicht. Wenn ich für ein paar Tage auf Urlaub fahre, kann ich mich erholen während Mann und Kind Exklusivzeit zusammen genießen können. Klingt toll, oder?

    Ich will nicht einschlafen!

    So oder so ähnlich ist wohl Klein F.s Gedanke. Wenn sie erstmal schläft, schläft sie meist ganz gut. Tagsüber ist sie zwar eher eine kleine Powernapperin und auch nachts muss man ein paar Mal Schnuller reichen oder ein bisschen schaukeln, aber auch wir Eltern kommen oft zu ausreichend Schlaf.

    Vom Einschlafen aber hält Klein F. gar nichts. Einschlafen wäre hier auch das falsche Wort. Meistens ist es eher ein Umkippen vor Erschöpfung. Im Kinderwagen sieht das dann zB so aus, dass sie mit dem Oberkörper seitlich raushängt, weil sie bis zum finalen Augenzufallen noch neugierig hinausschauen musste. Wenn ich mich mit ihr hinlege, turnt sie immer erstmal mindestens 15 Minuten (eher 30) im Bett herum – das aber in einem bereits deutlich müden Zustand. Es ist ein ständiges auf und ab. 1-2 Sekunden ruht sie sich aus, kuschelt kurz ihren Kopf an mich oder legt sich bäuchlings auf die Matratze um dann sofort wieder aufzuspringen um weiterzukrabbeln und zu turnen. Abends dauert es oft besonders lang. Heute war es wiedermal besonders spät – Klein F. kippte erst um 23:15 Uhr um. So bleibt im Grunde keine „Abendfreizeit“, wenn man nicht selbst unvernünftig lange wach bleiben möchte.

    Am allerbesten klappt das Einschlafen beim Trinken. Wenn große Müdigkeit auf Hunger trifft, ist der Jammer erstmal groß, führt dann aber mit Hilfe der Milchflasche fast immer zu einem selig schlafenden Baby.

    Ich verstehe Klein F. ja – sie muss den ganzen Tag Dinge angreifen, schmecken, ausprobieren, herumwerfen, damit irgendwo dagegenklopfen und noch viel mehr. Das ist viel zu aufregend und wichtig um seine wertvolle Babyzeit mit Schlaf zu vergeuden.

    Solange wir nicht wegen fehlendem Nachtschlaf jeden Tag müde sind, kann ich mit Klein F.s Schlafverhalten aber gut leben. Ich habe es mittlerweile auch größtenteils aufgegeben, sie zum Schlafen zu überreden. Wenn man ein paar Mal eine Stunde neben einem vermeintlich müden Baby im Bett gelegen hat und erfolglos versucht hat es in den Schlaf zu kuscheln, dann empfindet man das irgendwann als Zeitverschwendung.

    Unterwegs ist das eigentlich ganz praktisch. Ich nehme einfach keine Rücksicht auf irgendwelche Schlafzeiten (die sowieso jeden Tag anders sein können) und wenn Klein F. dann mal nach kurzer Zeit wieder wach ist, dann ist das kein Weltuntergang, weil sie tagsüber sowieso selten lange schläft. Also irgendwie auch ein Plus an Flexibilität für uns.

    War ja gar nicht schlimm!

    Zwei lange Wochen war der Mann jetzt ohne uns fort. Um sein Studium abzuschließen, musste er auf eine Exkursion fahren. Dieses Jahr ging diese Exkursion nach Island – ein schöner Ort um Urlaub zu machen und am liebsten wären Klein F. und ich einfach mitgefahren.

    Von der Exkursion und dem Termin wusste ich schon lange. Damals war Klein F. noch ganz klitzeklein und ich konnte mir noch gar nicht vorstellen, wie es ein paar Monate später mit ihr sein würde. Nie hätte ich gedacht, dass ich dann kurz davor noch so große Angst vor der relativ langen Zeit mit ihr alleine haben würde. Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich den Alltag mit 9-Monatsbaby (immer noch) so schwierig finden würde.

    Vorher also große Angst, immerhin bin ich sonst oft schon nach zwei Tagen ohne Pause ziemlich ausgelaugt (ich Lusche!), wenn der Mann zum Arbeiten weg ist. Dann aber die große Überraschung: es war ok! Klar war ich genervt, natürlich habe ich mir eine Pause gewünscht! Aber in Summe war ich nie so fertig, wie ich es sonst nach zwei Tagen schon bin. Die ersten zwei Tage wurde ich krank, vermutlich weil ich mich genau davor gefürchtet hatte, aber auch das habe ich relativ gut und vor allem sehr schnell überstanden.

    Der Trick ist ja, einfach nicht daran zu denken. Wenn man sich ständig sagt, wie lange man jetzt ohne Pause durchhalten muss und wie furchtbar das ist, kann es ja nur eine miese Zeit werden. Blöderweise bin ich der Typ, der genau das normalerweise macht. Irgendwie habe ich es aber geschafft mit Klein F. gut in den Tag hineinzuleben. Wir haben uns größtenteils treibenlassen, nicht zu viel vorausgeplant und konnten spontan tun, worauf wir gerade Lust hatten. Das hat alles einfacher und entspannter gemacht. An den meisten Tagen hatten wir eine wirklich schöne Zeit!

    Würde es jetzt noch ein Weilchen so gehen, wäre das ok. Trotzdem bin ich froh, dass der Mann schon im Auto auf dem Weg hierher ist!

    Was hilft

    Die Krabbelzufriedenheitsphase hat nicht lange angedauert. Klein F. scheint sich alleine zu langweilen. Oft will sie den ganzen Tag nur rauf und runter und wieder rauf und wieder runter. Alle paar Sekunden entscheidet sie sich anders kommt mir vor. Am Boden ist sie nicht auf meinem Arm und auf meinem Arm lässt es sich nicht so gut spielen. Verständlich irgendwie. Aber dass sie selbst manchmal nicht weiß, was sie eigentlich will, macht es natürlich nicht einfacher. Und sie fordert fast ständig meine direkte Nähe und Aufmerksamkeit. Selten ist sie so vertieft, dass ich ein bisschen Freiraum habe.

    Was bin ich genervt, oft. Fühle mich überfordert und unterfordert zugleich. Manchmal ist da auch Wut, von der ich gar nicht weiß, wohin damit. Ich fühle mich ganz schrecklich wegen dieser Gefühle, denn eigentlich ist Klein F. doch gar nicht so anstrengend.

    In schwierigen Momenten hilft es mir, sie einfach anzusehen. Meine kleine süße liebe Baby-F.! Wie könnte man ihr böse sein? Ich erinnere mich bewusst daran, dass es für sie auch nicht einfach ist. Wenn sie weint und quengelt und an mir klebt, dann tut sie das nicht weil ihr das Spaß macht, sondern weil sie meine Hilfe und meine Nähe braucht. Oft stelle ich mich mit ihr vor den Spiegel, sehe wie klein sie eigentlich auf mir noch aussieht, was ich aus der Auf-dem-Arm-Perspektive ein bisschen aus den Augen verliere. Und wir singen und tanzen viel. Das liebt sie und fröhliche Musik ist ja sowieso ein Stimmungsaufheller, für uns beide.

    Perspektivenwechsel

    2004 hatte der Mann einen Sommerjob in Deutschland. Irgendwo in der Nähe von Dortmund um genau zu sein. An einem Wochenende bin ich mit dem Zug von Wien nach Dortmund gefahren um ihn zu besuchen. Damals fand ich das total blöd. So eine lange Zugfahrt! Ich habe mich furchtbar gelangweilt, trotz ausreichend guter Reiselektüre.
    Heute fahre ich mit unserem Baby im Zug von Klagenfurt nach Wien. Die Fahrt ist um einiges kürzer, Klein F. ist bisher eine angenehme Reisegefährtin. Und trotzdem – die Vorstellung jetzt alleine in einem Zug zu sitzen und den ganzen Tag ungestört zu lesen ist unheimlich verlockend.

    Gosh, she can speak!

    Wer in der Schule im Englischunterricht auch das „You&Me“ hatte, der kennt diesen Satz vielleicht noch: „Gosh, he can speak!“, als plötzlich der Hund irgendetwas sagt. Aber wir haben keinen Hund und mein Lieblingsthema ist ja das Baby ;)

    Natürlich spricht Klein F. noch nicht wirklich, und die wenigen Babyzeichen die sie nachmacht, verwendet sie auch irgendwie und weiss vermutlich nicht, was sie da tut. Und trotzdem bilden wir uns ein in ihrer Silbenplapperei Regelmäßigkeiten zu erkennen.

  • DEIDEIDEI oder ein langgezogenes DAAAAAAIIIIIIII: Alles gut, Klein F. hat beste Laune, hat sich vermutlich gerade mein Handy, meine Brille oder den Schlüsselbund gekrallt.
  • NEINEINEI: Gleich geht die Welt unter. Besonders oft, wenn ich böse Mutter Klein F. verlasse (= mich zwei Schritte von ihr weg bewege) begleitet von vielen Tränen.
  • DA: Meistens gut, selten schlecht. Klein F. ist recht ausgeglichen.
  • MAMAMA: Meistens schlecht, selten gut. Gerne in Verbindung mit NEINEINEI, was mich dann zusammen mit ihrem herzzereissendem Weinen immer an die Worte „Nein, Mama!“ denken lässt. Wie passend!
  • Erfolgsprämie

    Wenn Klein F. sich abmüht und streckt und die Arme gaaanz lang macht und irgendwie doch das Gewünschte erreicht, dann ist es fast immer etwas „Verbotenes“ was sie sich gekrallt hat. Verbotene Sachen sind nichts wirklich gefährliches, sondern eher Dinge, die sie nicht kaputtmachen soll, so wie meine Brille oder mein Handy.
    Heute hat Klein F. sich wieder die Brille geschnappt. Wir haben gemeinsam am Sofa gespielt und plötzlich hat sie das silberglänzende Ding am Couchtisch erspäht. Todesmutig ist sie bis zum Sofarand vorgekrabbelt und hat erst eine und dann die zweite Hand über den Abgrund gestreckt und sich am Tischrand festgehalten. Dann hat sie sich noch ein Stück weiter nach vorne gewagt, hing wie eine lebendige Hängebrücke über dem Abgrund zwischen Tisch und Sofa und hat es endlich geschafft: Die Brille in ihren Händen und dann auch gleich im Mund.
    In solchen Momenten unterstütze ich ihre Abenteuerlust gerne. Ich möchte dass sie ein Erfolgserlebnis hat. Wenn sie es aus eigener Kraft schafft ist das gut, wenn nicht fange ich sie auf. Aber natürlich kann ich ihr dann den hart erkämpften Schatz schwer sofort weder wegnehmen, auch wenn es etwas „Verbotenes“ ist, sie hat ihn sich doch verdient.
    Und so weine ich ein bisschen still in mich hinein, wenn sie meine alte Brille komplett verbiegt oder mit ihren Zähnchen noch ein paar Kratzer in mein Handydisplay nagt.

    Streit

    Klein F. schläft zur Zeit sehr wenig. Das ist in vielerlei Hinsicht anstrengend, aber ein Problem wurde mir erst heute so richtig bewusst:
    Wenn wir annähernd 100% unserer Wachzeit mit Klein F. verbringen und den Rest der Zeit versuchen zumindest das allernötigste im Haushalt zu schaffen bleibt keine Paarzeit mehr übrig. Wenn der Mann tagsüber mal hier ist, legt er sich auch fast immer gemeinsam mit Klein F. hin, wenn sie ein Tagesschläfchen macht. Dafür beneide ich ihn, Tagesschläfchen machen mich nur noch müder und matschiger.
    So ganz ohne Zeit für uns beide streiten wir deutlich mehr. Wir gehen uns gegenseitig auf die Nerven, zicken uns an und für eine richtige Versöhnung fehlt dann auch die Zeit. Früher haben wir viel ausdiskutiert und Kompromisse geschloßen, so hat sich kaum mal jemand unverstanden gefühlt und Frustgefühle kamen selten auf. Irgendwie müssen wir jetzt neue Lösungsansätze finden.

    Zwickmühle

    Klein F. ist heute schon drei mal beim Sitzen umgefallen und auf den Hinterkopf gefallen. Ausserdem hat sie sich die Finger in einer Lade eingezwickt, die kleine neugierige Nase. Jeden dieser Unfälle habe ich kommen sehen und hätte ihn und viele viele dicke Tränen verhindern können.
    Oft stehe oder sitze ich daneben, wenn Klein F. herumkrabbelt und Unheil anrichtet und da sind diese Momente in denen ich hinspringen und sie auffangen möchte. Aber dann denke ich mir, wenn ich diesem Impuls nachgebe, wird sie es doch nie lernen. Oder ist sie dafür noch zu klein?

    Etwas anderes ist es auf dem Fliesenboden im Badezimmer oder auf dem Balkon bei Omama, da passe ich auf, dass sie nicht mit dem Kopf draufknallt. Aber so einen Parkettboden muss ein Babykopf schon aushalten, die sind doch dafür gebaut, oder???

    Auch wenn ich mir denke „das muss so sein, sie wird es schon lernen, sie verletzt sich dabei nicht, … “ habe ich regelmäßig das Gefühl mir bleibt gleich das Herz stehen, wenn sie sich weh tut und dann vor Schreck und Schmerz bitterlich weint.

    So ist gut

    „Einmal Zeit anhalten bitte!“, dachte ich mir in den letzten Tagen öfters. So wie es jetzt ist, darf es gerne bleiben. Natürlich, einfach ist so ein Leben mit Baby eigentlich nie. Vor allem Klein F.s Schlafenszeiten rauben mir zur Zeit den Nerv, aber darüber möchte ich mich jetzt nicht auslassen.

    Seit Klein F. krabbeln kann ist sie so viel zufriedener als vorher. Sie krabbelt hin und her, richtet überall ein bisschen Unheil an und plappert dabei fröhlich vor sich hin. Hat sie etwas besonders Spannendes entdeckt schreit sie vor Aufregung und Freude lauthals durch die ganze Wohnung. Manchmal krabbelt sie mir nicht mal weinend nach, wenn ich um die Ecke gehe, SO zufrieden ist sie. Toll, oder?

    Was ich mir außerdem denke: Jetzt kann sie schon so viel, aber ist trotzdem noch mein kleines Baby. Wenn sie erstmal gehen kann ist sie kein richtiges Baby mehr. Einerseits freue ich mich darauf, aber andererseits ist da wieder der Gedanke: „Einmal Zeit anhalten bitte!“. So wie es jetzt ist, so wie SIE jetzt ist, darf es gerne bleiben.

    Arbeitszeiten

    Der Mann hat flexible Arbeitszeiten. Eigentlich. Er ist freier Dienstnehmer und bei einigen seiner Projekte ist es egal wann und wo er die Arbeit erledigt, solange das Ergebnis stimmt. In der Praxis sieht es zur Zeit leider so aus, dass er drei Tage in der Woche, von Mittwoch 07:30 Uhr bis Freitag 19:30 Uhr, durchgehend nicht zu Hause ist. Sein Arbeitsplatz ist 300km weit von hier entfernt. Er betreut einige Projekte, bei denen er viel Rücksprache mit Kollegen halten muss und ist außerdem für Bereiche zuständig, wo er für Fragen zur Verfügung stehen muss – das alles geht natürlich am Besten vor Ort. Derzeit sind da außerdem ein paar Ferialpraktikanten in seiner Abteilung, die auch ihm „aufgehalst“ wurden und die er betreuen muss.

    Nun könnte der Mann natürlich zumindest einen Teil seiner Arbeit von zu Hause aus erledigen, praktisch müssten Klein F. und ich aber in dieser Zeit hier durch die Wohnung schleichen während der Mann arbeitet und er hätte in Summe genauso wenig Zeit für uns.

    „Drei Tage sind doch gar nicht so lang!“, wird sich jetzt der eine oder andere Leser vielleicht denken. Stimmt! Aber es sind eben drei ganze Tage, ohne Pause für mich, jede Woche, Tag und Nacht. Außerdem ist es damit nicht getan. Einen halben Tag pro Woche übernimmt der Mann noch den IT-Support für eine Firma hier vor Ort. Mindestens einen weiteren halben Tag pro Woche verbringt der Mann an der Uni bei einer seiner letzten beiden Lehrveranstaltungen und dem Schreiben seiner Diplomarbeit.

    Damit wären wir bei 4 Tagen und 2 Nächten ohne Mann. Mindestens. Oft kommen irgendwelche Erledigungen dazu, Freunde/Verwandte mit einem Computerproblem, usw. Dann gibt es noch diverses Freizeitprogramm, das ich ihm von Herzen gönnen möchte. Montagabend geht er zum Sport, am Wochenende bastelt er gerne an seinem Motorrad herum und fährt damit eine Runde und normalerweise trifft er sich auch etwa ein mal pro Woche mit Freunden. Im Grunde klingt das nicht viel und doch lässt das unsere gemeinsame Restfreizeit arg schrumpfen.

    Wenn der Mann zu Hause ist, ist er echt toll. Er macht alles: putzen, füttern, wickeln, aufräumen, Kind bespaßen und noch viel mehr! Oft denke ich: Das müsste genügen! Er tut wirklich viel, er hat sich seine Freizeit auch verdient.

    Aber das ändert nichts daran, dass ich sehr sehr oft unheimlich frustriert bin, weil ich mich so oft nonstop um Klein F. kümmern muss. Ich brauche keinen großen Urlaub oder viel Freizeit. Ich denke wirklich, dass es schon schön wäre, wenn der Mann einen normalen Job bzw. normale Arbeitszeiten hätte und jeden Tag Abends zu Hause wäre. So viel freie Zeit brauche ich nicht, Abwechslung würde mir genügen.

    Heute Abend hätte ich zum Beispiel gerne gearbeitet, das kann ich von zu Hause aus tun. Leider war Klein F. wieder bis 23:00 Uhr putzmunter und jetzt bin ich zu kaputt um noch damit anzufangen.

    Vor Klein F.s Geburt hatten wir uns das so schön ausgemalt. Wie toll es wäre, dass der Mann noch Student ist und flexible Arbeitszeiten hat – dann könnte er viel Zeit mit unserem Kind verbringen. In der Realität sieht das leider anders aus…

    Wie ist das bei euch so?

    Brutalobaby

    Vor einiger Zeit musste ich beim Lesen dieses Blogposts herzlich lachen. Die Beschreibung der süßen Minimum trifft auch auf Klein F. sehr gut zu:

    Man muss es sagen: Sie ist grob. Jeder von uns bekommt seine höchstpersönliche „Streichel“einheit. Dem Bruder wird ins Gesicht gehaut und gezwickt, dem Papa ebenso, bei dem kommen aber noch Nasendreher, Augenpiekser und Headbutts dazu. Ich selber habe das große Privileg, gebissen zu werden. Überall. Kein hinterlistiges Zubeißen, sondern ein offener Angriff, mit weit aufgerissenem Mund, herausgestreckter Zunge und einem irren Lachen schmeißt sie sich auf mich, am liebsten aufs Gesicht. Und gleich noch einmal und noch einmal. Wie soll man da nicht lachen?
    Vielsagend, dass sie weder Bussi gibt, noch wirklich kuschelt, manchmal schaffen wir es, dass sie „Ei Ei“ macht.

    Natürlich weiss sie noch nicht was sie tut. Trotzdem fällt es mir manchmal schwer ruhig zu bleiben, weil sie mir oft wirklich sehr weh tut. Besonders an Tagen, an denen Klein F. ausschließlich getragen werden möchte und mein Gesicht somit immer in Reichweite ist.

    Ich müsste wohl konsequent sein und es ihr immer verbieten bzw. versuchen ihr mit meinem Tonfall und meinem Gesichtsausdruck zeigen, dass ich das nicht möchte. Aber das ist nicht einfach, denn irgendwie lustig ist es ja trotzdem oft. Und wer möchte schon gerne mit einem Baby schimpfen, das auf jedes strenge „Nein!“ mit bitterlichem Weinen reagiert?

    Auch der Teil mit dem Nicht-Kuscheln trifft hier größtenteils zu. Von Anfang an war Klein F. ein eher „unkuscheliges“ Baby. Getragen werden? Ja! Aber bitte nicht mit mehr Körperkontakt als unbedingt nötig. Richtiges Rankuscheln gab es eigentlich nur wenn sie schon mehr schlafend als wach war. Ich vermute, dass ihr vielleicht auch deshalb Bondolino und Tragetuch zuwider sind.

    Mehr von Minimum, tolle Fotos und immer wieder lustige Geschichten gibt es hier: Life is a pigsty – Empfehlung!

    Meilensteine

    In den letzten Tagen ist so viel passiert! Klein F. rutscht schon ewig rückwärts und zieht sich aus dem Halbliegesitz (Kinderwagen, Maxi Cosi, Hochstuhl) in die Sitzposition auf. Über ein Monat ging das so und eigentlich haben wir es ja nicht so eilig. Aber gerade das rückwärts rutschen hat sie unzufrieden gemacht. Kein Wunder, wenn sie sich doch immer weiter von ihrem Ziel entfernt!

    Als Klein F. vor ein paar Wochen so richtig mit dem Vierfüßler anfing, hoffte ich, dass es jetzt auch bald vorwärts gehen würde. Das hat dann aber doch noch länger gedauert. Erst vor ein paar Tagen schaffte sie es, sich ein kleines Stück auf dem Bauch nach vorne zu ziehen. Und wofür? Ein Kabel! (Was haben Babies nur mit Kabeln?)

    In den letzten Tagen habe ich dann öfters beobachtet, wie sie in paar „Schritte“ auf allen Vieren gemacht hat. Wenn sie zielgerichtet auf ein Objekt ihrer Begierde zusteuert (Kabel! Eine offene Lade!) dann krabbelt sie. Bewegt sie sich weniger zielstrebig robbt sie und jammert dabei viel. Heute ist sie auch zum ersten Mal aus meinem Sichtfeld verschwunden. Ungewohnt, wo sie doch sonst meistens bitterlich weint, wenn ich mich aus ihrem entferne.

    Heute Mittag habe ich ihr wieder Brei angeboten. Das versuchen wir immer wieder seit sie vier Monate alt ist. Diesmal hat sie zum ersten Mal den Brei einfach hinuntergeschluckt und einen Minibecher leergegessen! Ich konnte es kaum fassen und hoffe jetzt, dass das kein Zufall war.

    Als wäre das alles noch nicht genug, hat Klein F. sich heute auch schon ein paar mal selbst aus der Bauchlage aufgesetzt. Ich konnte richtig sehen wie zufrieden sie das gemacht hat. Eine Weile ist sie einfach nur dagesessen, hat gestrahlt und mit ihren Zehen gespielt.

    Und obwohl die Nacht schlecht war und sie heute auch wieder sehr fordernd, habe ich auch unschlagbar gute Laune!

    Wunschtraum

    Ich wünsche mir keinen Urlaub. Oder doch, natürlich schon, aber viel öfter träume ich von etwas ganz anderem. Im Moment kann ich mir kaum etwas Schöneres vorstellen, als einfach mal ein paar Tage alleine zu Hause zu sein.

    Mann und Kind irgendwo unterwegs und ich habe meine Ruhe. Alle Zeit der Welt um all die Sachen zu erledigen, die ich gerade nicht schaffe. Und zwischendurch die Ruhe um zu lesen.

    Das wäre schön! Und für mich vermutlich mindestens so entspannend wir Urlaub.

    Bücher zu verschenken

    Ich brauche den Platz und diese Bücher werde ich kein zweites Mal lesen:

    Selbstabholung oder gegen Porto!

    Passwort

    Im Post weiter unten steht nichts wirklich privates, aber etwas, worüber ich (noch) nicht ganz öffentlich schreiben möchte. Das Passwort bekommt, wen ich zumindest ein klein wenig kenne oder wen ich nach Bloglektüre für vertrauenswürdig befinde ;)
    Anfragen bitte hier in den Kommentaren, per Mail oder über Twitter.

    Klebekinder

    Heute beim Babyzeichenkurs habe ich bemerkt, dass ein anderes kleines Mädchen offenbar in einer ähnlichen Phase steckt, wie auch Klein F. noch vor kurzem. Sie begann bitterlich zu weinen, als ihre Mutter sich ein paar Schritte von ihr entfernte um sich etwas zu Trinken zu holen. Die kleine E. ist allerdings schon 16 Monate alt. Ihre Mutter meinte, solche Phasen würde es immer wieder mal geben. Soviel also zu meiner Hoffnung, dass uns diese extreme Anhänglichkeit mit zunehmendem Alter nicht mehr oder zumindest weniger extrem beschäftigen würde… Gut, eigentlich wusste ich es, aber man darf ja noch träumen!

    Klein F. und das Essen Teil 2 – unsere Milchmädchenrechnung

    Kennt ihr das, wenn ein Problem auf einmal keines mehr ist und ihr euch fragt, wieso ihr es nicht schon lange anders gemacht habt? Neben großer Erleichterung kann man sich da auch erstmal ganz schön dämlich fühlen!

    Klein F. war also keine große Esserin und das Fläschchen sowieso eher eine Zumutung als Genuß. Von Anfang an bekamen wir nur Miniportiönchen in unser Kind. Wir haben wirklich viel versucht: Im dunklen, in aller Ruhe, im Sitzen, im Stehen, tänzelnd, singend, im Maxi Cosi, von Omama füttern lassen, und und und. Nichts schien wirklich zu helfen.

    Unsere Rechnung war einfach: Wenn unser Mädchen bei einer Mahlzeit nur x ml trinkt, am Tag idealerweise y ml trinken sollte, dann müssen wir sie sehr oft füttern um diese Menge zu erreichen. Klein F.s kleine bis nicht vorhandene Zunahme sagte uns, dass das was sie bekam nicht genug war, also mussten wir versuchen ihr mehr zu füttern.

    Nachdem sie anscheinend niemals hungrig war, fütterten wir sie meistens nach der Uhr. Wir experimentierten anfangs auch noch mit verschiedenen Abständen, aber 2 Stunden schienen am besten zu funktionieren. Am Besten bedeutete in diesem Fall: das Füttern war für uns anstrengend und sie weigerte sich oft, irgendetwas zu Trinken oder trank nur mit viel Trara. Aber immerhin – sie trank und an manchen Tagen schaffte sie sogar die Idealmenge (150ml/kg).

    Gefühlt war ich in dieser Zeit den ganzen Tag mit Füttern und Fläschchenwaschen beschäftigt. Anfangs dauerte eine Mahlzeit oft über 30 Minuten, später immer noch etwa 15 Minuten. Auch mit einem kleinen Leichtgewicht alles andere als entspannend. Oft war ich verzweifelt, jede Mahlzeit war für mich Stress – Angst dass sie das Fläschchen wieder ablehnt, Angst dass sie nicht zunimmt, der Wunsch ihr einfach mal eine Mahlzeit entspannt im Sitzen geben zu dürfen. „Ich kann nicht mehr. Ich WILL nicht mehr! Wieso wird das nicht besser?“, dachte ich damals oft.

    Eine liebe Twitterbekannte gab mir den Tipp, mit Klein F. zu eine Ernährungsberaterin zu gehen, die sich auch mit der Ernährung kleiner Kinder beschäftigt. „Eine Ernährungsberatung? Für ein Baby?“, waren meine Gedanken. Aber als der Leidensdruck groß genug war und auch drei verschiedene Kinderärzte uns nicht wirklich weiterhelfen konnten, machte ich einen Termin aus.

    Die Ernährungsberaterin teilt sich die Praxis mit ihrem Mann, der Kinderarzt ist. Bei unserem Termin lernten wir beide kennen. Das Fazit war: Wir machen uns zu viel Stress und sollen einfach mal lernen unserem Kind zu vertrauen und sie nur füttern, wenn sie WIRKLICH hungrig ist. Leichter gesagt als getan. „Wie lange sollen wir das ausprobieren?“ fragte ich, ängstlich. „2 Wochen“ war die Antwort.

    Mit dieser Empfehlung und dieser Beratung war ich nicht glücklich. Bei dem Gespräch musste ich mir alle Mühe geben nicht die Beherrschung zu verlieren. Ich hatte das Gefühl wir wurden nicht ernst genommen, als würde unser Problem heruntergespielt. Immerhin meinten sie F.s Gewichtsentwicklung wäre völlig normal (was einfach nicht stimmt, wenn auch vielleicht nicht ganz so besorgniserregend, wie von uns oft wahrgenommen) und gaben uns den Rat etwas zu tun, was völlig entgegengesetzt dem war, was unsere Erfahrungen mit Klein F. uns gelehrt hatten. Unser Kind kann keinen Hunger – dachten wir.

    Wir hatten, wie gesagt, immer wieder mit den Zeitabständen herumprobiert um zu sehen, wie wir zum besten Trinkmengenergebnis kommen könnten. Dabei gab es durchaus auch mal größere Abstände – oft auch zufällig. Zum Beispiel während einer langen Autofahrt oder auch mal Nachts. Es gab immer wieder Nächte, in denen Klein F. durchschlief – die letzte Mahlzeit die wir ihr anboten gab es dann zB abends gegen 20:00 Uhr und die nächste erst eine ganze Weile nach dem Aufwachen (direkt nach dem Aufwachen trank sie NIE), also um 07:00 Uhr oder 08:00 Uhr. Aber sogar nach einer so langen Zeit ohne einen einzigen Schluck verweigerte sie oft beharrlich das Fläschen oder trank ihre Miniportiönchen – wenn es über 100ml am Stück waren veranstalteten wir schon fast Freudentänze!

    Das alles hatten wir bei der Ernährungsberatung erzählt und trotzdem riet man uns zu größeren Abständen und mehr Vertrauen in unser Kind. Ich war mehr als skeptisch und trotzdem wollten wir es ausprobieren, was hatten wir zu verlieren? In 2 Wochen würde unser Mädchen nicht verhungern.

    Die erste Woche war in etwa so, wie ich es befürchtet hatte. Klein F. trank die altbekannten Miniportiönchen, nur die Abstände waren größer. Alle 4-6 Stunden um die 100ml, also 3-5 mal am Tag. You do the math – das ist für ein Baby mit 6 Monaten nicht besonders üppig. Trotzdem wollte ich weitermachen, denn immerhin – sie trank freiwillig! In der zweiten Woche wurden die Abstände wieder etwas kleiner und die Portionen etwas mehr. Wir konnten einen Trend erkennen! Noch war es nicht genug, aber es wurde mehr und mehr.

    Inzwischen, einen Monat später, haben wir hier in etwa 3 Stunden-Abstände in denen Klein F. hungrig wird. Sie trinkt dann meistens 150-200ml, was für sie wirklich wirklich viel ist! Oft greifen wir zu den alten Tricks und tanzen ein bisschen mit ihr in der Wohnung herum, wenn es mal nicht so gut läuft, aber meistens trinkt sie doch sehr ruhig und freiwillig während wir gemütlich am Sofa sitzen.

    Die Erleichterung ist riesengroß! Und doch – so ganz entspannen kann ich mich noch nicht, mir stecken ein paar Monate Angst und Stress in den Knochen und ich merke es jedes Mal, wenn ich mich mit Klein F. zum Füttern hinsetze. Ich merke es besonders wenn sie fertig getrunken hat und ich mich wieder entspanne und merke wie mir der Kiefer wehtut, weil ich so fest die Zähne zusammengebissen habe. Oder daran, wie sehr ich dabei meine Schultern verspanne. Aber auch das wird sicher bald besser werden!

    Im Moment sind wir wirklich in erst Linie erleichtert und dankbar dafür, dass dieses alles beherrschende Thema jetzt so an Wichtigkeit verloren hat. Da ist wieder Raum zum Atmen. Wir können unser Kind jetzt auf ganz anderen Ebenen anstrengend finden – juhuu :)

    Klein F. und das Essen

    Klein F.s Nachrungsaufnahme: Das ist wohl das Thema, das uns in den letzten Monaten am meisten Kopfzerbrechen bereitet hat! Es wirkt so banal, immerhin ist Klein F. gesund und munter, aber ich musste immer daran denken, dass das vielleicht nicht so bleibt und sie sich möglicherweise nicht gut entwickelt. Oft musste ich mir anhören, dass ich das ganze zu verkrampft sehe, sich das von selbst regeln würde und ich zu viel Trara um die Sache machen würde. Ich sehe das nicht so. Ich denke niemand kann leichtfertig und ohne Sorge zusehen, wenn etwas so Grundlegendes nicht klappt.

    Klein F. isst nicht so viel und nicht so gerne. Oder zumindest war das ganz lange so. Schon als Klein F. 2 Wochen alt war, wirkte unsere Hebamme beim Wiegen etwas besorgt. Beim nächsten Mal war es wieder so und wir konnten nur mutmaßen, wieso Klein F. nicht so gut zunahm, wie es wünschenswert gewesen wäre. Vielleicht produzierte ich einfach nicht genug Milch – um die Milchmenge zu steigern haben wir alles mögliche versucht. Trotzdem nahm sie nur wenig und manchmal auch gar nicht zu. Als sie 6 Wochen alt war wog sie 300g mehr als bei der Geburt und die Kinderärztin war auch besorgt. Bei der Kontrolle eine Woche später, wog sie sogar 30g weniger, obwohl ich sie noch im Wartezimmer gestillt hatte. Also begannen wir zuzufüttern.

    Als ich Klein F. das allererste Fläschchen gab, erwartete ich, dass sie es gierig austrinken würde. Das Gegenteil war der Fall – sie weigerte sich, es in den Mund zu nehmen. Eine Woche lang probierten wir es immer wieder mit allen möglichen Tricks. Mit viel Trara, singen und durch die Wohnung tänzeln trank sie nichtmal 30ml. Und dann, quasi über Nacht, wollte sie gar nicht mehr stillen. Fläschchen mochte sie aber auch nicht. Nachdem mein damals nicht mal 2 Monate altes Baby 18 Stunden jegliche Nahrungsaufnahme verweigert hatte, rief ich verzweifelt die Stillberaterin an. Ich sah uns schon im Krankenhaus, wo Klein F. mit Magensonde würde ernährt werden müssen. Zum Glück konnte die Stillberaterin uns ein wenig weiterhelfen.

    Von da an ließ sie sich meistens zumindest im Halbschlaf stillen. Immer den richtigen Moment abzupassen war extrem stressig. Beim Einschlafen schrie sie die Brust nur an, im Tiefschlaf klappte es natürlich auch nicht und war sie schon zu wach, wurde die Brust wieder angeschrien. So saß ich fast immer neben ihr, wenn sie ausnahmsweise mal nicht auf meinem Arm schlief, um nur ja nicht diesen einen kostbaren Moment zu verpassen, in dem es mit dem Stillen klappen würde.

    So ging das noch über zwei Monate weiter. Eine Zeit lang dachte ich noch, Klein F. würde irgendwann wieder problemlos bei mir trinken, aber die Stillmahlzeiten wurden immer weniger und immer kürzer. Zum Glück akzeptierte sie dafür das Fläschchen langsam besser. 1,5 Monate nachdem wir mit dem Zufüttern begannen, schaffte Klein F. oft sogar schon 60ml bei einer Mahlzeit!

    Im Februar stillte Klein F. dann nur noch Nachts 1-3 mal und auch da nur so kurz und wenig, dass ich danach immer das Gefühl hatte ich müsse ihr noch ein Fläschchen anbieten, wenn sie nicht schon wieder tief und fest geschlafen hätte. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich ja merkte, dass sie fast nichts bekam und sie trotzdem wieder in den Schlaf stillte anstatt ihr ein Fläschchen zu geben. Also habe ich ganz abgestillt und ihr auch nachts Fläschchen gemacht.

    Anfang Februar war Klein F. 4 Monate alt und wir fingen an, ihr jeden Tag Brei anzubieten. Ursprünglich wollte ich sie 6 Monate voll stillen, aber daraus wurde ja nichts. Fläschchen trank sie immer noch recht ungern und wir hatten oft das Gefühl unser Kind damit regelrecht zu quälen. So haben der Mann und ich überlegt, dass es schön wäre, wenn sie irgendetwas freiwillig und gerne isst. Ich kann an dieser Stelle schon verraten, dass sie jetzt, über 3 Monate später, noch immer nicht viel mehr Brei ist als mit 4 Monaten. Ein paar wenige Löffel finden den Weg in ihren Magen. Den Geschmack mag sie wohl gerne, aber runtergeschluckt wird kaum etwas. Auch Fingerfood haben wir ausprobiert, bisher ohne großen Erfolg – unser kleines Mädchen ist einfach noch nicht so weit.

    So üben wir uns in Geduld und bieten ihr weiterhin alles mögliche an, lassen sie auch mal nach Herzenslust herumsauen und das Essen entdecken. Irgendwann wird sie herausfinden, wie es am Besten funktioniert :)

    Frühstücksschicht

    Wir haben Glück. Wir haben Glück, weil wir jede Woche einige Tage ganz entspannt, ohne Zeitdruck und mit ausgedehntem Frühstück beginnen können.

    Wenn der Mann nicht zum Arbeiten in Wien ist oder sonst irgendein Termin ansteht, haben wir es morgens nicht eilig, sind beide zu Hause und meistens kann einer von uns zumindest ein wenig ausschlafen. Das sind in einer Woche drei Tage und in der nächsten Woche vielleicht mal fünf Tage, also etwa zwei Mal Ausschlafen für jeden von uns – herrlich! An diesen Tagen gibt es dann unser tolles unfangreiches gemeinsames Frühstück – manchmal auch so spät vormittags, dass man es fast Brunch nennen müsste. Bei uns gilt: Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages!

    Seit letzter Woche hat sich unsere schöne Routine ein wenig verändert. Der Mann war beim Arzt, nachdem er schon eine Woche Bauchschmerzen hatte (was ich ihm zureden musste, bis er da mal hingeht!). Vermutlich hat er ein Magengeschwür. Das bedeutet für ihn erstmal, dass er täglich eine Stunde vor der ersten Mahlzeit eine Tablette dagegen einnehmen muss. An Tagen an denen er ausschläft, oder vergisst die Tabletten rechtzeitig zu nehmen, essen wir jetzt in Schichten. Erst esse ich in aller Ruhe, während er daneben Klein F. bespaßt und dann umgekehrt. Ich finde das ja sehr entspannend – essen in aller Ruhe und trotzdem alle am Tisch! Sonst sind wir ja hauptsächlich damit beschäftigt Klein F. Spielsachen und Fingerfood zu reichen und immer wieder und wieder und wieder vom Boden aufzuklauben. So hat sogar dieses Magengeschwür einen positiven Nebeneffekt.

    So ein Magengeschwür kann von allem möglichen ausgelöst werden. Bakterien, diverse Krankheiten, Stress, … Wir hoffen, dass es einfach mit den Tabletten bald besser wird und nicht wiederkommt. Die Symptome sind schon mal verschwunden und ich bin erleichtert, dass der Mann nicht mehr täglich über Schmerzen klagt!

    Rüttelschüttel

    Letzte Nacht so gegen 04:00 Uhr lagen wir wach im Bett, weil Klein F. stündlich auch ganz ohne Hunger viel Trost nötig hatte. Plötzlich merkte ich, dass das Bett wackelt.

    – Was machst du da?
    – Hm?
    – Das Bett wackelt!
    – Mhm.
    – Ein Erdbeben!?
    – Mhm.
    – Vielleicht schläfert es ja F. ein.
    (hat es nicht.)

    Das Epizentrum des Erdbebens lag wohl in Italien (wo leider einiges passiert ist), hier hat es nur ein kleines bisschen gebebt. Ein wenig hat es sich angefühlt, wie wenn der Mann im Sommer tausend Mückenstiche hat und sich Nachts neben mir so wild kratzt, dass das ganze Bett davon wackelt.

    Vor 1 oder 2 Jahren habe ich hier ein stärkeres Beben erlebt. Das war kurz nachdem ich eine Folge von Weeds gesehen habe, in der ein Flugzeug einen Teil seiner Ladung verliert – das Haus bebt, man hört Grollen im Hintergrund, plötzlich überall explodierende Colaflaschen. Ich war alleine zu Hause, die Waschmaschine lief auf Hochtouren im Nebenzimmer, ich konnte ein Flugzeug hören (wir haben damals nahe beim Flughafen gewohnt) und plötzlich kam das Erdbeben. In dem Moment dachte ich tatsächlich, dass gleich die Welt untergeht. Oder ein Flugzeug auf mir landet.

    .

    Ein schlimmer Tag für Klein F. und ihre Rabeneltern!
    Erst rutscht sie rückwärts von unserem Bett, während ich daneben sitze und kurz abgelenkt bin. Später fällt sie aus dem Vierfüßler auf die Nase und muss schon wieder viele bittere Tränen vergießen. Beim Abendessen mopst sie mir meine Serviette, würgt an einem Futzelchen und ringt einige Sekunden nach Luft, bis sie es (vermutlich) runterschluckt.

    Morgen darf es etwas langweiliger sein! Bittedanke.

    Klein Klebi

    Seit ein paar Tagen hat Klein F. wieder so eine Phase in der sie mich oder den Mann immer ganz in ihrer Nähe braucht. Das kennen wir schon, hat sie doch die ersten Wochen fast ausschließlich auf uns verbracht.

    Inzwischen sieht das so aus, dass man sich nicht mehr als 3 Meter entfernen darf. Aus dem Blickfeld verschwinden geht selbstverständlich gar nicht. Aber auch wenn sie mich gut sieht, darf ich nicht zu weit weg sein. Zu weit ist z.B. schon am anderen Ende des (nicht besonders großen) Raumes. Das schränkt meine Bewegungsfreiheit gewaltig ein. Ich überlege sogar schon, meinen Wasserkonsum einzuschränken, denn jeder Klobesuch wird von Hintergrundgebrüll auf Weltuntergangsniveau begleitet. Und ich habe eine kleine Blase… *

    Montag dann eine Extremform, von der ich dachte, wir hätten sie schon länger hinter uns gelassen. Fast alles war Anlass zu heftigem Weinen: Am Boden liegen, mit mir am Boden sitzen, zum Wickeln auf dem Wickeltisch liegen, … Zufrieden war Klein F. nur auf meinem Arm oder, ausgeschlafen und satt für kurze Zeit, am Sofa zwischen meinen Beinen sitzend. Dabei durfte ich aber nichts anderes machen, als mit ihr zu Spielen oder ihr beim Spielen zuzusehen. Kein Buch, kein iPhone, nichts blieb unbemerkt und hatte sofort Gebrüll zur Folge.

    Ich spiele gerne mit Klein F. und finde es auch schön, sie längere Zeit einfach nur beim Spielen zu beobachten. Aber nicht jeden Tag stundenlang!

    Ich würde zu gerne wissen, was da in ihr vorgeht. Im Hinterkopf höre ich immer meine Mutter und Großmutter, die sagen, ich würde sie verwöhnen. Wenn sie einfach nur unzufrieden ist und ein bisschen klagt und quengelt ist das etwas anderes, dann kann ich auch relativ ruhig mal ein paar Minuten etwas anderes machen – essen, Haushalt, etc. Aber ich kann sie doch nicht so bitterlich weinen lassen!

    Vorerst komme ich damit noch ganz gut zurecht, ich kenne es ja schon. Allerdings hatte ich mich wirklich schon sehr schnell an die neugewonnene Freiheit gewöhnt (mit beiden Händen selbstgekochte Mahlzeiten essen!!!) und möchte ungern wieder zurück auf Anfang gehen. Bleibt wohl nur das alte Müttermantra: „Es ist alles nur eine Phase!“.

    *Nein, ich werde Klein F. nicht aufs Klo mitnehmen. Auf dem Arm kann ich sie dabei beim besten Willen nicht halten – ich brauche zwei Hände um mich aus- oder anzuziehen – und für so ultrakurze Zeiträume werde ich auch sicher nicht die Wippe mitnehmen (von der sie auch nicht begeistert ist) oder sie auf den Kloboden legen.

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