Klein F.s Nachrungsaufnahme: Das ist wohl das Thema, das uns in den letzten Monaten am meisten Kopfzerbrechen bereitet hat! Es wirkt so banal, immerhin ist Klein F. gesund und munter, aber ich musste immer daran denken, dass das vielleicht nicht so bleibt und sie sich möglicherweise nicht gut entwickelt. Oft musste ich mir anhören, dass ich das ganze zu verkrampft sehe, sich das von selbst regeln würde und ich zu viel Trara um die Sache machen würde. Ich sehe das nicht so. Ich denke niemand kann leichtfertig und ohne Sorge zusehen, wenn etwas so Grundlegendes nicht klappt.

Klein F. isst nicht so viel und nicht so gerne. Oder zumindest war das ganz lange so. Schon als Klein F. 2 Wochen alt war, wirkte unsere Hebamme beim Wiegen etwas besorgt. Beim nächsten Mal war es wieder so und wir konnten nur mutmaßen, wieso Klein F. nicht so gut zunahm, wie es wünschenswert gewesen wäre. Vielleicht produzierte ich einfach nicht genug Milch – um die Milchmenge zu steigern haben wir alles mögliche versucht. Trotzdem nahm sie nur wenig und manchmal auch gar nicht zu. Als sie 6 Wochen alt war wog sie 300g mehr als bei der Geburt und die Kinderärztin war auch besorgt. Bei der Kontrolle eine Woche später, wog sie sogar 30g weniger, obwohl ich sie noch im Wartezimmer gestillt hatte. Also begannen wir zuzufüttern.

Als ich Klein F. das allererste Fläschchen gab, erwartete ich, dass sie es gierig austrinken würde. Das Gegenteil war der Fall – sie weigerte sich, es in den Mund zu nehmen. Eine Woche lang probierten wir es immer wieder mit allen möglichen Tricks. Mit viel Trara, singen und durch die Wohnung tänzeln trank sie nichtmal 30ml. Und dann, quasi über Nacht, wollte sie gar nicht mehr stillen. Fläschchen mochte sie aber auch nicht. Nachdem mein damals nicht mal 2 Monate altes Baby 18 Stunden jegliche Nahrungsaufnahme verweigert hatte, rief ich verzweifelt die Stillberaterin an. Ich sah uns schon im Krankenhaus, wo Klein F. mit Magensonde würde ernährt werden müssen. Zum Glück konnte die Stillberaterin uns ein wenig weiterhelfen.

Von da an ließ sie sich meistens zumindest im Halbschlaf stillen. Immer den richtigen Moment abzupassen war extrem stressig. Beim Einschlafen schrie sie die Brust nur an, im Tiefschlaf klappte es natürlich auch nicht und war sie schon zu wach, wurde die Brust wieder angeschrien. So saß ich fast immer neben ihr, wenn sie ausnahmsweise mal nicht auf meinem Arm schlief, um nur ja nicht diesen einen kostbaren Moment zu verpassen, in dem es mit dem Stillen klappen würde.

So ging das noch über zwei Monate weiter. Eine Zeit lang dachte ich noch, Klein F. würde irgendwann wieder problemlos bei mir trinken, aber die Stillmahlzeiten wurden immer weniger und immer kürzer. Zum Glück akzeptierte sie dafür das Fläschchen langsam besser. 1,5 Monate nachdem wir mit dem Zufüttern begannen, schaffte Klein F. oft sogar schon 60ml bei einer Mahlzeit!

Im Februar stillte Klein F. dann nur noch Nachts 1-3 mal und auch da nur so kurz und wenig, dass ich danach immer das Gefühl hatte ich müsse ihr noch ein Fläschchen anbieten, wenn sie nicht schon wieder tief und fest geschlafen hätte. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich ja merkte, dass sie fast nichts bekam und sie trotzdem wieder in den Schlaf stillte anstatt ihr ein Fläschchen zu geben. Also habe ich ganz abgestillt und ihr auch nachts Fläschchen gemacht.

Anfang Februar war Klein F. 4 Monate alt und wir fingen an, ihr jeden Tag Brei anzubieten. Ursprünglich wollte ich sie 6 Monate voll stillen, aber daraus wurde ja nichts. Fläschchen trank sie immer noch recht ungern und wir hatten oft das Gefühl unser Kind damit regelrecht zu quälen. So haben der Mann und ich überlegt, dass es schön wäre, wenn sie irgendetwas freiwillig und gerne isst. Ich kann an dieser Stelle schon verraten, dass sie jetzt, über 3 Monate später, noch immer nicht viel mehr Brei ist als mit 4 Monaten. Ein paar wenige Löffel finden den Weg in ihren Magen. Den Geschmack mag sie wohl gerne, aber runtergeschluckt wird kaum etwas. Auch Fingerfood haben wir ausprobiert, bisher ohne großen Erfolg – unser kleines Mädchen ist einfach noch nicht so weit.

So üben wir uns in Geduld und bieten ihr weiterhin alles mögliche an, lassen sie auch mal nach Herzenslust herumsauen und das Essen entdecken. Irgendwann wird sie herausfinden, wie es am Besten funktioniert :)

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