Früher war es mal so, dass ich mich gefreut habe wenn der Mann nach Hause gekommen ist, weil wir dann eine schöne Zeit zusammen hatten. Inzwischen freue ich mich wenn der Mann nach Hause kommt, weil das bedeutet, dass ich auch mal ein paar Minuten (oder mehr) für mich habe.

Lange hatte ich ein schlechtes Gewissen deswegen. Dieses Entgegensehnen der Ablöse bedeutete doch, das etwas anderes zwischen uns verloren gegangen oder doch sehr in den Hintergrund getreten ist.

In letzter Zeit habe ich mir vermehrt Gedanken darüber gemacht, vor allem weil der Mann noch weniger zu Hause ist als sonst.
Normalerweise arbeitet er drei Tage in der Woche in Wien, einen halben in Klagenfurt und verbringt einen weiteren halben auf der Uni. Dazu kommen noch ein paar Freizeitaktivitäten und privater Computersupport bei Menschen, denen er nichts ausschlagen kann. Bleiben in etwa 2 Tage, die wir gemeinsam verbringen.
Vor ein paar Wochen hat er angefangen (endlich!) seine Diplomarbeit zu schreiben. Ich muss ihn jeden Tag fast rauswerfen und auf die Uni schicken, weil auch er lieber ein wenig Familienzeit hätte und mit schlechtem Gewissen in der Unibibliothek sitzt. Aber hilft ja nix – je früher sie fertig ist desto besser! Für uns alle.
Die gemeinsame Zeit ist im Moment also sehr eingeschränkt und umso mehr sehne ich mich nach Ablöse.

Mein schlechtes Gewissen wegen dieser Gefühle ist inzwischen deutlich kleiner geworden. Ich BRAUCHE Zeit für mich. Dieses Bedürfnis ist bei mir stark ausgeprägt. Bekomme ich diese Zeit nicht, geht es mir nicht gut und ich bin auch weniger liebevoll und geduldig Klein F. und dem Mann gegenüber.
Ich brauche erst Zeit für mich um Quality Time mit dem Mann verbringen zu können. Seit dieser Erkenntnis geht es mir besser. Denn was bringt die gemeinsame Zeit, wenn ich sie genervt und mit den Gedanken bei 1000 anderen Sachen verbringe?

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