Klein F. braucht abends lange um einzuschlafen. Laaange. Also wirklich unendlich lange. Oft dauert es über eine Stunde und in der Zeit liegt sie natürlich nicht alleine entspannt in ihrem Bett und wartet auf den Schlaf, sondern der Mann und ich liegen abwechselnd (auch mal mehr oder weniger unentspannt) daneben und warten mit ihr. (Das war leider ein zweitägiges Wunder und danach entschied sie sich gegen diese Einschlafvariante). Da ich selbst bei Hörbüchern am allerbesten und -schnellsten einschlafe (und sie deshalb leider nie bei langen Autofahrten hören konnte), dachte ich mir, vielleicht helfen sie Klein F. auch beim einschlafen. Also zog, auf Empfehlung einer Bekannten, Bobo bei uns ein.

Bobo Siebenschläfer ist, wie der Name schon sagt, ein kleiner Siebenschläfer. Die Bücher und Hörbücher erzählen ganz simple, relativ alltägliche Geschichten für ganz kleine Kinder. Klein F. liebte Bobo sofort. Sie liebte die Geschichten sogar so sehr, dass sie auch abends nicht genug davon bekommen konnte und immer mehr und mehr Geschichten forderte und am Ende noch länger zum Einschlafen brauchte. Inzwischen haben wir einen Kompromiss gefunden und sie darf sich jeden Abend ein paar Geschichten aussuchen, die in eine eigene Playliste kommen und danach ist Schluß.

Nach ein paar Abenden mit Bobo Siebenschläfer konnte unser Kind natürlich viele Geschichten auswendig. Seither wird den lieben langen Tag aus Bobos Geschichten zitiert. Wenn ich schlechte Laune habe, höre ich von Klein F. ein vorwurfsvolles „Aber Bobo, sei nicht so schüchtern, begrüße deine Cousins!“. Wenn beim Essen etwas danebengeht oder mal das Wasser fliegt heisst es „Bobo hat den Becher umgestoßen. Der Becher ist hinuntergefallen. Der ganze Kakao ist auf dem Boden.“. Nicht immer ganz passend, oft irritierend, aber auch lustig.

Eine dieser Geschichten nennt sich „Bobo kann schon alleine aufstehen“. In dieser Geschichte wacht der kleine Siebenschläfer in seinem Bett auf, steht auf, macht seine Tür auf und läuft leise zu Mama und Papa, die noch schlafen. Dort klettert er zu ihnen ins Bett, kuschelt sich zu ihnen unter die Decke und gibt beiden ein Küsschen.
Nachdem diese Bobo Geschichten offensichtlich so großen Eindruck auf Klein F. machen, versuchte ich, sie für meine Zwecke zu nutzen. Abends erklärte ich ihr, dass sie einfach selbst zu uns hinüberkommen kann, wenn sie aufwacht – wie Bobo. Das hatte ich vor einer Weile schon einmal versucht und Abend für Abend erklärt, aber Klein F. zeigte sich unbeeindruckt und nicht in der Lage, selbst zu uns ins Nebenzimmer zu kommen. Aber dann kam Bobo! Wieder erklärte und erklärte ich: „Wenn du aufwachst, dann lauf einfach schnell zu uns und kuschel dich zu uns ins Bett. So wie der Bobo!“. Sie nickte, und tatsächlich: nach drei Tagen kletterte ein kleines Nachtgespenst in unser Bett, über den Kopf vom Mann und vergrub dann sein Gesicht in meinen Haaren um zwischen uns weiterzuschlafen.

Seitdem müssen der Mann und ich nachts und frühmorgens nicht mehr aufstehen, um unser aufgewachtes und ungeduldig nach uns rufendes Kind in unser Bett zu holen oder uns zu ihm zu legen. Und dafür bin ich Bobo wirklich dankbar!

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